Glawischnig 2: Der Novomatic Coup?

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In den letzten Jahren haben die Grünen unter Eva Glawischnigs Führung den Novomatic-Konzern vermutlich eine Milliarde gekostet – jetzt sind die Grünen und Eva Glawischnig gleichermaßen nachhaltig, wenn nicht letal beschädigt.

2015 hat der erfolgsverwöhnte Glückspielkonzern Novomatic in Wien seine bis dahin bitterste nachhaltige Niederlage erlitten: Die Wiener SP, angeführt von aufmüpfigen Jusos der Sektion 8, killte, gemeinsam mit den Grünen, unter der Führung von Eva Glawischnig das „kleine Glückspiel“. Zum Schutz vor Spielsucht wurde das bis dahin sehr weitläufige Glückspielgesetz, über das zu entscheiden dem jeweiligen Bundesland zusteht, nicht mehr verlängert: 2700 in Wien aufgestellte Automaten verloren ihre rechtliche Basis und müssen bis 2019 endgültig außer Betrieb genommen werden.

VfGH: Das Verbot des kleinen Glückspiel ist rechtens

Denn im November 2017 bestätigte der von den Automaten-Betreibern angerufene Verfassungsgerichtshof, dass der Schutz vor Spielsucht nicht nur rechtmäßig ist, sondern dass mit einer Übergangsfrist von vier Jahren auch das Vertrauen der Betreiber in ihre Lizenzen nicht unzulässig angetastet wurde.

Der Verlust für Novomatic lässt sich von mir mangels einschlägiger Erfahrung im kleinen Glückspiel nur dunkel erahnen, nicht seriös bemessen- ich würde ihn dennoch getrost im Milliardenbereich ansiedeln.

„Falls der Novomatic-Eigner wütend gewesen sein sollte…“

Falls Novomatic-Eigner Johann Graf, zweifellos einer der cleversten Unternehmer des Landes deshalb eine gewisse Wut auf Jusos vor allem aber die mit ihnen stimmenden nicht mehr ganz so jungen Grünen haben sollte, die unter Glawischnigs Führung versuchten, das kleine Glückspiel auch in Niederösterreich in Frage zu stellen, dann hat er mit der Engagement von Eva Glawischnig einen genialen Coup gelandet: Die ohnehin am Boden liegenden Grünen verlieren nachhaltig an Glaubwürdigkeit und werden es auch bei den für sie überlebenswichtigen kommenden Landtagswahlen extrem schwer haben.

„…hätte er genialer nicht Rache nehmen können.“

Auf einen Schlag ist aber auch Eva Glawischnigs Ruf restlos ruiniert. Meines Erachtens hat sie jede Chance auf ein Engagement außerhalb der Novomatic-Gruppe auf ein Jahrzehnt hinaus restlos verspielt.

Und ich würde mich nicht rasend wundern, wenn Novomatic schon bedeutend früher feststellte, dass ihr Engagement leider nicht den erhofften „nachhaltigen“ Erfolg gebracht hat, so dass man ihren Vertrag nicht wie ursprünglich geplant verlängert.

Ich will, wie gesagt, keineswegs unterstellen, dass Johann Graf tatsächlich auf diese Weise Rache nehmen will oder wollte – aber wenn er es gewollt hat, hätte er es genialer nicht einfädeln können.

 

 

 

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4 Kommentare

  1. Da ist “könnte” etwas dran sein ,so “ähnliches” ging mir heute “aktuell” ,auch schon einmal in den Sinn !Von wegen “Beschädigungen”…..

  2. Die Geschichte der Novomatic-Admiral: Die Welt im Würgegriff der österreichischen Mafia

    Wenn man dem Autor Tobias Kleber Glauben schenken darf, gibt es mitten unter uns ein gigantisches mafiöses System, das alle italienischen Mafiaorganisationen in den Schatten stellt! Ein österreichischer Weltkonzern, 1974 von einem Fleischermeister gegründet, die Novomatic Group, erzielt sagenhafte Umsätze über das Glücksspiel nicht nur in Österreich, sondern in über 80 Staaten der Welt. Alleine der offizielle Umsatz beträgt 3,2 Milliarden Euro mit einem Gewinn von 360 Mio. Euro. Weltweit zählt der Konzern 19.000 Beschäftigte und hat alleine im Kernland Österreich 200 Filialen zur Sportwettenannahme! Weiter zählen Schweizer “Schwesterkonzerne”, die ACE Casino Holding und die CSC Casino Systems Holding zur Gruppe, die auch die meisten Konzernumsätze in extrem steuerbegünstigter Weise abwickeln. So wie es auch in vielen anderen AGs in Europa der Fall ist, werden große Umsätze über die steuergünstige Schweiz abgeschrieben, den einzelnen Ländern als Standorte kommen nur einige Brösel zu, wie der Autor eindrucksvoll ausführt.

    Novomatic hat viele öffentliche Kontroversen hervorgerufen. Es gab Prozesse, bei denen 80 Spieler auf Betrug klagten und ihr Geld zurückforderten. Herr Thomas Sochowsky, als Organisator des Prozesses, wurde von der AG verklagt, die später diese Klage zurückgezogen hatte.

    Um was geht es eigentlich bei dem ganzen Tam-Tam? Es geht um unerhörte Verschiebungen von riesigen Geldmengen und um die laufende Manipulation von Spielautomaten auf der ganzen Welt in ECHTZEIT. Alle Automaten sind online vernetzt und können von der Konzernzentrale in Gumpoldskirchen aus gesteuert werden. Damit unterläuft die AG nicht nur die österreichischen Bundesgesetze, sondern verletzt auch Rechte auf der ganzen Welt! Die Automaten werden also nach psychologischen und wirtschaftlichen Aspekten manipuliert. Sie können zum Beispiel auf 4% Gewinnchancen am Samstag eingestellt werden und auf 7% am Montag, oder umgekehrt. So wie auch die Tankstellen funktionieren. Sie können aber auch 0% über Stunden ausschütten oder bei besonderen Kunden 100%……….

    Nicht nur die, oft monopolhaltenden, Filialen und die 230.000 Spielgeräte des Konzerns sind untereinander vernetzt, sondern auch der Konzern selbst steuert eine Vielzahl von Unterfirmen im In- und Ausland.

    Ob nun die Welt im “Würgegriff” der Novomatic steht, das möchte ich doch bezweifeln. So dramatisch der Titel allerdings auch klingt, es ist doch so, dass sich überall auf der Welt Konzerne bilden, die mehr Macht ausüben können, als mittlere Staaten oder gar Kontinente! Denken wir nur an Coca-Cola, an Microsoft oder an Google! Die Finanzkraft und die soziale Komponente mit zehntausenden von (abhängigen) Angestellten dieser Weltkonzerne erlaubt ihr Agieren in einem rechtsfreien Raum! Wer soll sich Ihnen entgegenstellen? Wer kann es wagen, gegen die Möglichkeiten von Milliarden von Dollars anzukommen? So ist es: niemand!

    Ein emotionales Buch, das recht genau und mit zahllosen Belegen die Manipulationen der Gruppe beschreibt. Ist es nun eine persönliche Abrechnung oder eine idealistische Fehde gegen diesen Konzern? Interessant bleibt es auf jeden Fall zu beobachten,
    was aus dem Autor wird! 🙂

  3. Novomatik verleiert derzeit Klagen. soeben stand was von 107.000 schadenersatz…… und ich sehe es so: novomatik hat gerade wieder 50 automaten aufstellen dürfen. Und da wieder mal wahlen sind, und das sich nunmehr merhmals wiederholt, ist auch diesmal vorher gegen irgendeine partei ein schachzug möglich geworden. auch gegen kaiser wurden ja so einige dinge lanciert, ist halt nciht ganz aufgegangen. in diesem fall pünktlich vor der wahl in kärnten. ich glaube, das gehalt der glawischnig ist ein klacks für novomatik. die 50 automaten spielen vermutlich in wenige tagen mehr rein,als sie jemals kosten wird.den kleinen gefallen tut man der övp doch schnell. ein paar mehr stimmen wirds in kärnten für schwarz blau schon geben. es gilt die unschuldsvermutung, aber …….
    und da glawischnig wohl oder übel auch insiderinfo bekommen wird (oder auch nicht, denn dafür haben sie sicher auch jetzt schon ihr personal), wird sie so schnell auch nicht gegangen werden. den kleinen spaß kann sich novomatik doch leisten.
    beste grüße ihr menschen………………wien wird nicht untergehen, vielleicht gibts sogar mitleidsstimmen für die grünen :))))))))))) eins noch, sie ist entweder echt blauäugig, oder ihr ist alles scheißegal oder sie übt rache, denn sie hätte nicht zustimmen müssen zu dem termin 2 tage vor der wahl. durch diesen termin allerdings wird nur wahrscheinlicher, dass das manchen parteien zuliebe so geplant ist von der novomatik

  4. Mich wuerde interessieren, wie wichtig fuer Novomatic der Gluecksspielumsatz vs. der Umsatz mit dem Bau von Geraeten ist. Ich war mal bei Novomatic in Gumpoldskirchen Anfang der achtziger Jahre wegen einer Stelle, als die Firma noch in einer windigen Halle war, der Boss in einem Cubicle innerhalb der Halle. Jedenfalls duerfte Hr. Graf ein kaufmaennisches Talent sein, das sich mit den Las Vegas Baronen durchaus messen kann. Besser jedenfalls, Oesterreicher machen das Geschaeft und nicht die Leute aus Palermo, Vegas oder Macao.

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