Die Zeit nach Strache und Gudenus

Die Zeit nach Strache und Gudenus

Wenn Sebastian Kurz einigermaßen bei Verstand ist -und davon bin ich überzeugt- beendet er Samstag die Koalition mit der FPÖ, und es kommt im September zu Neuwahlen. Denn er hat, wie seinerzeit Wolfgang Schüssel nach Knittelfeld, die Chance, dass die ÖVP neuerlich als klarerer Sieger aus diesen Wahlen hervorgeht, indem sie FP-Wähler auf ihre Seite zieht. Denn Kurz gilt den Österreichern weiterhin als der Mann, der sie durch die Schließung der Balkanroute und die Forderung nach Sperre der Mittelmeerroute vor der “Flüchtlingsflut” bewahrt und der den wirtschaftlichen Aufschwung durch grandiose Reformen herbeigeführt hat. Dass er in Wirklichkeit von der guten Wirtschaftspolitik der rotschwarzen Vorgängerregierung profitiert und nichts Ernstes reformiert hat, wissen ihre Wähler nicht. Ebenso wenig nehmen sie Kurz meines Erachtens übel, dass er die FPÖ im Gegensatz zu allen anderen politischen Beobachtern für eine regierungsfähige Partei gehalten hat, obwohl sie von einem Ex-Neonazi geführt wird und ihr Funktionärskader von Kellernazis wimmelt. Es ist nicht einmal gesichert, dass die FPÖ bei Wahlen den Absturz erleidet, der ihr auf Grund des Ibiza -Videos gebührt: FP- Politiker haben sich ja schon in der Vergangenheit als ebenso unfähig wie korrupt herausgestellt, und die Partei hat sich dennoch immer aufs Neue erholt.

Meine Vermutung bezüglich der Herkunft des Videos: Ein guter Geheimdienst, wie es ihn leider nur mehr in anderen Ländern gibt. Mein Kummer: Auch wenn Strache, Gudenus oder Hofer jetzt weg sein werden, werden wir von ihnen ernannte Beamten, Staatsanwälte und selbst Richter noch lange zu ertragen haben.

So lange, bis die Österreicher auch “Ibiza” vergessen haben und die FPÖ wieder über zwanzig Prozent liegt.

PS: Ich möchte Sie herzlich einladen regelmäßige Leserin oder Leser meines kostenlosen Blogs zu werden. Dazu gehen Sie einfach auf die Homepage und geben unter “Abonnieren” Ihre E-Mail Adresse ein. In Zukunft erhalten Sie dann eine Benachrichtigung sobald ein neuer Beitrag erscheint.

7 Kommentare

  1. Warum glauben Sie denn, dass es ein ausländischer Geheimdienst war. Es ist doch viel naheliegender, dass es das BVT der niederösterreichischen ÖVP war. Das Video war ja von damals, und Kurz hatte ja gegen jeden etwas in der Hand (von Peter Puller/Silberstein bis zu den Peter Pilz Alpbach Videos). Genauso wie das Liederbuch, das der ÖVP NÖ wieder zu absoluten verholfen hat.

    1. Dafür spricht auch, dass der einzige wirkliche Profiteur dieses Skandals BK Kurz ist – aus den von Lingens genannten Gründen.

      1. Das ist ei ziemlicher Unsinn denn das Video ist ganz offensichtlich gemacht worden bevor!!! Kurz Obmann der ÖVP war und ist mit sehr hohem professionellen Aufwand und langfristig vorbereitet worden – das wäre auch heute für Kurz schwer und damals mit Sicherheit unmöglich.

        Man sollte suchen welches Land Interesse hatte die FPÖ auf den “Boden der Realitäten” zu bringen – denn eines ist klar – ohne die völlig pervertierten Vorstellungen von Strache über Staat, Medien etc. wären ihm diese absurden Sätze nicht “entschlüpft” – und ohne etwas weniger Dummheit natürlich auch nicht.

  2. Um den Strache und den Gudenus mache ich mir keine Sorgen: Die bekommen sicher auch lukrative (Aufsichtsrat-)Jobs von den Russen. Denen ist egal, ob jemand von den Roten (SPD, SPÖ), den Schwarzen oder Grünen kommt. Die nehmen auch sicher auch Blaue und Braune …

  3. Mich würde nur eines interessieren: Dieses Video wurde im Juli 2017 aufgenommen. Die Nationalratswahlen waren am 15. Oktober 2017. Warum wird das erst jetzt publiziert und nicht schon im Sommer/Herbst 2017, also im Intensiv-Wahlkampf und während der Regierungsbildung? Was bezweckte diese Regie im Hintergrund zu diesem Timing?

  4. Danke f den Artikel, ich hoffe sehr, Kurz lässt sich v Straches Rücktritt nicht blenden ubd beebdet tatsächlich die Koalition!

Schreibe eine Antwort zu Hans Promberger Antwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.