Pamelas Achillesferse

Pamela Rendi-Wagner hat sich im Sommergespräch besser als erwartet gehalten. Sie hat vernünftig erklärt, warum höhere Mindestlöhne die Industrie nicht nur belasten sondern ihr dank erhöhter Kaufkraft auch nützen oder dass Vermögens- und Erbschaftsteuern für Millionäre nichts Absurdes sind.

Es ist nicht abwegig zu fordern, dass der öffentliche Verkehr in ländlichen Gebieten zuerst ausgebaut sein muss, ehe man eine CO2 Steuer einführt. Nur ihre Behauptung, die SPÖ strebe unverändert Platz eins und sie selbst die Kanzlerschaft an, hat ihre Glaubwürdigkeit untergraben und wurde von Peter Filzmaier prompt in der Luft zerrissen.

Der unsinnige Anspruch auf die Nummer 1

Ich weiß auch nicht welcher Spin-Doktor ihr eingeredet hat nicht wie jeder vernünftige Mensch zu antworten, der sie zweifellos ist. Etwa: “Im Moment habe ich leider keine Chance Kanzlerin zu werden. Denn so von Ehrgeiz zerfressen bin ich nicht, dass ich zu diesem Zweck eine Koalition mit der Strache-Kickl-Hofer-FPÖ einginge. Das täte ich Österreich nicht an. Meine Aufgabe sehe ich im Moment darin, einer künftig wohl von Kurz geführten Regierung eine möglichst starke Opposition zu sein. Denn in gar nicht so langer Zeit wird sich herausstellen, dass er in Wirklichkeit schlecht regiert. Ein Nulldefizit und eine Ausgabenbremse klingen gut für Menschen die wenig von Volkswirtschaft verstehen – in Wirklichkeit sind es Wachstumsbremsen weshalb die Industriellen, die Kurz in Österreich als Wunderwuzzi feiern in Deutschland soeben energisch ihr Ende fordern, weil sie ein Grund für die Rezession sind. Genauso wird sich herausstellen, dass das Sparen des Staates natürlich vor allem Geringverdiener am meiste benachteiligt oder dass die Deckelung der Mindestsicherung vor allem österreichischen Kindern schadet. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir in absehbarer Zeit in den Umfragen wieder vor der ÖVP liegen.”

8 Kommentare

  1. Schade um die SPÖ. Aber “die Partei” hat es ab 2015 mit dem “Flüchtlings”/Migrationsthema verschissen, die FPÖ stark gemacht, und der “heilige” Basti hat sich geschickt auf dieses Thema raufgesetzt.

    Aber so ist halt der Gang der Geschichte. Der Adolf hätte 1933 bzw. 1938 auch nicht an die Macht kommen müssen …

    1. Sorry, aber es waren die Medien, einzelne verlage und Journalisten, die kurz zum kanzler gemacht haben. Zusammen mit der aufstockung in der propaganda und taktik (einzige Stärke der türkisen) fiel die spö.

  2. Großartiger Kommentar! Wie lange wird es noch dauern bis diese Schäuble-Doktrin endlich als das erkannt wird, was es ist? Sparen bis in den Tod!

    Lieber Herr Lingens, seit 40 Jahren verfolge ich Ihren Werdegang und ihre zum größten Teil maximal zutreffenden Kommentare. Herzlichen Dank dafür und weiterhin viel Glück!

  3. Nun Pamela Rendi-Wagner ist nicht Peter Michael Lingens. Ihrer Überzeugung nach (und nicht unbedingt die der SpindoktorInnen) hält sie stringent am Kanzleramt fest. Das mag unvernünftig anmuten aber um ein Ziel zu erreichen braucht man Willen und Durchhaltevermögen. Real ist erst dann real wenn es Realität geworden ist. Im Gegensatz zu dem brillantesten Journalisten unseres Landes will sie nicht aufklären sondern die Operation am Herzen der Gesellschaft, trotz Chirugennotstand durchführen. Der Weg dürfte nicht ihr Ziel sein – es ist nur das Ziel, die Wahlen zu gewinnen, das sie anspornt und nichts anderes.

  4. Ich glaube, die Chancen von Frau Dr. Rendi-Wagner sind um Einiges besser, als es jetzt den Anschein hat in den Medien. Ich hoffe, sie bleibt konsequent auf dem eingeschlagenen Weg und lernt immer besser, so zu kommunizieren, dass es alle verstehen.

  5. Es ist Tatsache, auch wenn noch so viel herumgeredet wird:

    Joy Rendi-Wagner ist hervorragende Medizinerin aber als SPÖ Vorsitzende völlig fehl am Platze und damit ungeeignet.

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