Die herbeigehoffte Manipulation

Natürlich wäre es dem Hacker, der offenkundig in die ÖVP- Zentrale eingedrungen ist, auch möglich gewesen, dort gespeicherte Dokumente zu manipulieren.

Aber das hätte wochenlanger, unglaublich mühsamer Arbeit bedurft, denn es geht ja um hunderte Dokumente und tausende Ziffern die neu aufeinander abzustimmen gewesen wären. Denn der “Falter” publizierte ja zusammenhängende Vorgänge: Bemühungen um einen Kredit, seine Bewilligung, Dokument über seine Nutzung, die zugehörigen Abbuchungen, usw…

Ein Fälscher, der der ÖVP etwas antun wollte, hätte ungleich einfacher ein einzelnes belastendes Schriftstück gefälscht.

Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass die ÖVP ihre Daten einfach sehr mangelhaft geschützt hat, so dass es sehr einfach war, sie abzusaugen.

Sebastian Kurz hat die ursprüngliche Behauptung einer “Manipulation” denn auch von Interview zu Interview abgeschwächt, jetzt geht es nur mehr um “manipulative Wertung”. Kurz kann sich damit trösten, dass die Bevölkerung ihm am Rechnungshof vorbei gestückelte Parteifinanzierung und von vornherein geplante Überschreitung der Wahlkampfausgaben nicht rasend übel nehmen wird, weil sie überzeugt ist, dass das bei keiner Partei anders abläuft. Nur sein Image “Bei mir ist alles supersauber” dürfte ein wenig leiden.

 

6 Kommentare

  1. Da die Bewunderer von Kurz schon leicht sektenartiges Verhalten zeigen, wird bei ihnen sein Image nicht leiden. Und wer nicht dazu neigt, weiß seit 2017, wie der Wahrheitsgehalt seiner Aussagen, insbesondere aber nicht nur zu den Wahlkampfkosten, zu bewerten ist.

  2. Herr Lingens, in 23 Tagen findet eine Entscheidungswahl statt. Und anstatt eine Diskussion über zukunftsweisende Ideen sowie Anregungen, die unser Land weiterbringen können und für eine politische Balance – also einen sozialen Ausgleich sorgen – zu führen, geht die Berichterstattung hin zu Hackerangriffen, Parteispenden, Schredderei, etc.

    Mir kann es nur recht sein, die SPÖ vergeudet damit viel Zeit und merkt nicht, dass der Schlusspfiff unbarmherzig näher kommt und sie ihre Programme dann nicht mehr rechtzeitig präsentieren kann.

    Mit Fouls, Tricks, Lästereien & Stänkereien gewinnt man einfach keine Wahl!

    1. Das – sachlich – richtige Programm “Vermögens- u. Erbschaftssteuern” in Verbindung mit “Lohn- und Einkommenssteuern runter” ist nicht einmal bei den eigenen Parteigängern mehrheitsfähig, fürchte ich.
      Somit ist es egal, ob man foult, trickst, lästert & stänkert oder ein vernünftiges Programm präsentiert, wenn man die “großen Medien” nicht hinter sich hat. Da kann man keine Wahlen gewinnen.

  3. Nicht nur die Ibiza Video falle passte zur “neuen” ÖVP Kaste,auch der jetzige “Besuch” von angeblichen “Hackern”!Nicht nur die “unabhängige” Medien “Landschaft” ist in “Aufruhr”,ganz besonders “unser”Zentralorgan” Krone”!

  4. Die ÖVP kann froh sein, dass die Kronenzeitung ihre Blattlinie radikal von blau/braun auf türkis umgestellt hat. Sonst wäre es bei den NR-Wahlen noch spannend geworden. Aber wie heißt es so schön: Wer zahlt, schafft an.

    Das hat der Strache auch wollen, nur war er halt extrem patschert. Kurz (und sein Team) ist da wesentlich cleverer. Beide sind zunehmend ungustiös mit ihren Aussagen. Nur der eine ist noch immer da. Und dieser wird noch länger bleiben, speziell wenn seine Partei Schlüsselpositionen (Innen-, Justiz-, Finanzministerium) besetzen wird.

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