Was besagen die vielen Corona-Toten Italiens?

Was besagen die vielen Corona-Toten Italiens ?

Die Corona Sterblichkeitsrate Italiens, wie sie sich ergibt, wenn man die Zahl der gemeldeten Toten der Zahl der Infizierten gegenüberstellt Berichte über mangelnde Gräber verfolgt, differiert dramatisch zu der bisher in Deutschland , Österreich oder der Schweiz beobachteten, die im Promillebereich liegt und ebenso massiv von den oder den Erwartung des mehrfach von mir zitierten Bonner Corona -Experten Hendrik Streeck, der annimmt, dass sich die Gesamtsterblichkeit zu Ende dieses Jahres kaum von der Sterblichkeit vergangener Jahre unterscheiden wird.

Sie scheint auch über den 1,4 Prozent zu liegen, die zwei chinesische Ärzte in der ersten veröffentlichen Studie für Ihr Land ermittelt haben. Wie erklärt sich das?

 Meine Vermutung zu Italiens hoher Todesrate

  • Es gibt in Italien ganz ungleich mehr Infizierte, als die Test ausweisen (Denn diese Zahl hängt ja nur davon ab, wie viele Tests gemacht worden sind.
  • Fast jeder Patient, der derzeit in einem Krankenhaus, etwa der Lombardei stirbt ist mit Corona infiziert und wir daher unter die “Corona Toten” subsumiert auch wenn er in erster Linie an Grippe, Krebs, Diabetes oder einer Atemwegserkrankung gestorben ist. Wobei die aktuelle Corona – Welle mit dem Höhepunkt der Grippewelle zusammentrifft.
  • In Italien wohnen wegen der hohen Arbeitslosigkeit besonders viele Junge Leute mit Eltern oder Großeltern in der selben Wohnung, so dass besonders viele Angehörige der Risikogruppe angesteckt wurden. (Das lässt auch in Spanien erhöhte Sterblichkeit erwarten)
  • Wenn ein Gesundheitssystem wegen Überforderung zusammenbricht, steigt die Sterblichkeit aller Patienten. Bekanntlich sterben ans Wochenenden, an denen wenig Personal zur Verfügung steht, selbst in unseren Spitälern wesentlich mehr Menschen als unter der Woche.
  • Streecks Vorstellung von der geringen Corona Sterblichkeit passt nicht zu den in der chinesischen Studie ermittelten 1,4 Prozent.

Chinas Todesrate hat viele Fragezeichen

Freilich wissen wir auch nicht, wie diese chinesische Studie zu bewerten ist. Wir kennen die Qualität der Autoren nicht, wir wissen nicht wie leistungsfähig das chinesische Gesundheitssystem ist (dass sehr rasch zusätzliche Megaspitäler errichtet wurden, sagt darüber wenig aus) und wir wissen nicht, wie es um die chinesische Volksgesundheit, zum Beispiel den Ernährungszustand, der Chinesen im Hauptgebiet der Untersuchung steht. So ist zum Beispiel die Luftverschmutzung in der Provinz Wuhan -und damit die Zahl von Vorerkrankungen der Atemwege -extrem hoch.

Wahrscheinlich werden erst die Ereignisse in Österreich, Deutschland oder der Schweiz genaueren Aufschluss über die Sterblichkeitsrate geben.

7 Kommentare

  1. Ich würde noch gerne hinzufügen, dass Italien aufgrund der niedrigen Geburtenrate über einen hohen Anteil älterer Menschen verfügt. Weiters gibt es in Italien sehr wenig Wohnraum, was dazu führt, dass nach wie vor mehrere Generationen unter einem Dach leben und die Jüngeren daher vielfach ihre Eltern und Großeltern angesteckt haben.

  2. Fragen über Fragen,auch “Antworten” möglich?
    Weltweit sind wir von diesem “Corona” Virus betroffen,jetzt kommt “extra” der afrikanische Kontinent dazu!Australien dürfte bisher “verschont” worden sein!
    Jedenfalls immer sehr interessanter Text von Herrn Lingens!Dank dafür!

  3. Im Profil steht eine Studie, bei der behautet wird, dass die Zahl der Infizierten 7 mal so groß ist wie die Zahl der gemeldeten Fälle, da die Verläufe der Krankhit oft kaum merkbar ist. Das erklärt sicher auch die Zahl in Italien besser. Im Profil steht heute noch viel mehr.

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