Wir erleben keine Sterbeorgie

Österreichs Gesundheitssystem wird durch die Zahl der Corona-Toten nicht überlastet

“Sparen des Staates ” hat die Anzahl der Intensivbetten zwar auch in Österreich von 7 auf 5,5 für je tausend Einwohner verringert – aber nicht wie Italien von 5,5 auf weniger als eines. Bei der Anschaffung neuer Beatmungsgeräte war das Sparen des Staates vermutlich etwas schädlicher, aber auch sie werden reichen. Daher wird Österreich keine “italienischen Zustände” erleben, auch wenn ständig auf sie verwiesen wird.
Auch in Bezug auf Italien ist es falsch von 11.591 “Corona-Toten” zu sprechen, weil in ihrem Köper das SARS-CoV-2 Virus aufgefunden wurde: nur 0,8 Prozent der Verstorbenen hatten keine gravierenden Vorerkrankungen. Es gibt in der Lombardei vermutlich überhaupt keinen Toten, in dessen Leiche keine Corona-Viren gefunden werden, auch wenn er bei einem Verkehrsunfall umgekommen ist.

Es gibt nur eine relevante Zahl

Wenn die Grenzend der Belastbarkeit eines Gesundheitssystems überschritten sind, sterben dort zwingend alle Leute, die durch ausreichend Intensivbetten vielleicht zu retten gewesen wären – auch die Schwerverletzten eines Verkehrsunfalls. Und natürlich alle, die Vorerkrankungen haben. Die 0.8 Prozent reinen Covid-19 -Toten kommen sozusagen noch dazu.
In Österreich gibt es nicht nur mehr Intensivbetten, sondern auch die Vorerkrankungen dürfen dank höherer Volksgesundheit und geringerer Luftverschmutzung als im oberitalienischen Industriegebiet seltener sein.
Der täglich gemeldete exponentielle Anstieg “Corona-Infizierter” besagt in keiner Weise, dass die Zahl Corona-Kranker ähnlich steigt. Ein “Infizierter” ist in Wahrheit streng von einem “Kranken” zu unterscheiden: Wir tragen ständig diverse Corona-Viren in uns ohne deshalb “krank” zu sein. Relevant ist nur -der ORF hat es begriffen-die Zahl der Personen, die derzeit mehr als sonst ins Krankenhaus und dort in die Intensivstation aufgenommen werden müssen – und die hält sich durchaus in Grenzen.

8 Kommentare

  1. Na wenn in Österreich die Zahl der Spitalsbetten reichen wird doch gerade deswegen weil sich die Regierung nicht(!!!) an die Ratschläge von Herrn Lingens gehalten hat und auf Herdenimmunität gesetzt hat – genau das führt nämlich zum Kollaps des medizinischen Systems lange bevor eine Herdenimmunität erreicht wird – ist eigentlich nur eine einfache Rechenaufgabe die ein Volksschüler kann!

    Wie viele Personen werden ernsthaft krank bevor 60% der Bevölkerung Österreichs = Herdenimmunität – also ca. 5 Millionen – den Virus haben! Wenn nur bei 1 bis 3% der Erkrankten der Krankheitsverlauf schwer oder sehr schwer ist dann sin das 50.000 bis 150.000 Personen und unser Spitalssystem ist auf alle Fälle überfordert denn die “normalen” Kranken gibts ja auch noch.

  2. Sehr geehrter Herr Lingens,

    so sehr ich Ihre Bemühung um eine unaufgeregte Einschätzung der Pandemie würdigen möchte, so scheint mir doch, dass Ihre Hypothese: “Auch in Bezug auf Italien ist es falsch von 11.591 “Corona-Toten” zu sprechen, …” in gewisser Weise durch die aktuelle Datenlage falsifiziert wird und damit an der Realität scheitert. Leider.

    https://www.corriere.it/politica/20_marzo_26/the-real-death-toll-for-covid-19-is-at-least-4-times-the-official-numbers-b5af0edc-6eeb-11ea-925b-a0c3cdbe1130.shtml

    Mit vorzüglicher Hochachtung,

    Reinhard Schwödiauer

  3. Ich würde die “Kommentar verfassen” Möglichkeit nicht anbieten, wenn Sie nur Zustimmung ernten wollen …

    Nochmals: was Sie schreiben entspricht einer optimistisch-naiven Sicht auf die Dinge … Sie beziehen sich auf Infos, die schon längst durch die Entwicklungsdynamik überholt sind.

    Was Hendrick Streek vor 2 Wochen behauptet hat, ist heute längst obsolet.
    Das Virus verhält sich wenig berechenbar – und das lässt sich sehr wohl auch an den Sterbeziffern ablesen. Noch nicht in in Ö – und wenn essehr glücklich verläuft, dann geraten wir nicht an die Kapazitätsgrenzen der Gesundheitsversorgung.

    Wenn Sie aber einen Blick nach Italien, Frankreich, Spanien, England, USA wagen, dann wird Ihnen bewusst sein müssen, dass kein Grund für Verharmlosung besteht.

    Also nochmals provokant: Lassen Sie Ihren Kommentar ins Italienische, Französische, Spanische, Englische etc. übersetzen …. die Leute im Elsass, der Lombardei, in Madrid etc. werden sich freuen …

    P. S.
    Ich schätze Ihre journalistische Arbeit übrigens im Allgemeinen sehr, noch aus Zeiten in denen Sie für den “Standard” schrieben …

    Alles Gute weiterhin, Alois Seiringer

  4. Man kann sich auch zu Tode fürchten! Zwar nicht unbedingt grundlos, aber wir leben nicht in einem Bombenkrieg, wo man bei jedem Alarm rennen muss. Ich befürchte eher, dass die Volksgesundheit in Österreich durch die Maßnahme “zuhause bleiben” drastisch schlechter werden wird: anstatt sich der Frühlingssonne in freier Natur auszusetzen (Vitamin D tanken), hängen hunderttausende Wienerinnen und Wiener mit ihren Kindern in ihren Wohnungen herum! Die Bundesministerin für Tourismus und Landwirtschaft lässt die Bundesgärten schließen und macht daraus Privatbiotope für die Gärtner – und vielleicht auch für sich selbst! Das Erholungsbedürfnis von RollstuhlfahrerInnen und blinden Menschen, die auf befestigte Flächen und auf Begleitpersonen angewiesen sind, wird dadurch mit Füßen getreten: diese Schwächsten der Gesellschaft dürfen in den dichtbebauten Bezirken nicht ihren gewohnten Routen im Augarten, im Belvederegarten oder im Schönbrunner Schlosspark folgen!
    So weit kommt es, wenn eine PolitikerIn am Werk ist, die Zusammenrottungen in den Parkanlagen der Bundesgärten fürchtet, während sich in den stadtrandnahen Erholungsgebieten die ortsansässige Bevölkerung mit den aus ihren Parkanlagen Ausgeschlossenen um die Vorherrschaft auf den Waldwegen drängt und “matched”. Wer nur bis zu seinen eigenen Fußspitzen denken kann und die Folgen seines Handelns nicht im kompletten Umfang ermessen kann, sollte zurücktreten!

  5. Herr Lingens, Sie sind ein einsamer Rufer in der Wüste. Ihre Gedanken kann ich nachvollziehen.

    Wenn Sie Zeit haben, dann schauen Sie bitte den link der gestrigen ZDF Sendung an. Da geht es genau um das Triage-Verfahren, wo Ärzte im Falle von überfüllten Krankenhäusern unter Schwerkranken eine Auswahl treffen müssten.

    Genau davon spreche ich immer wieder: Wenn ich als 70 jähriger mit privater Zusatzversicherung gleichzeitig mit einer 30 jährigen Mutter von drei Kindern ohne Zusatzversicherung wegen Corona in ein Spital eingeliefert werde und es gibt für uns beide nur ein Intensivbett, dann weiß ich genau wie der Arzt entscheiden wird.

    Ich mache mir da keine Illusionen sondern hoffe, dass es soweit nicht kommen wird. Deshalb bunkere ich mich zuhause mit meiner Frau fest ein um zu überleben.

    https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-31-maerz-2020-100.html

  6. Eigentlich ist es traurig, dass wir “kritischen Geister” in dieser heiklen Frage näher bei D. Trump und B. Johnson sind als bei den besorgten “Gutenmenschen”.
    Meiner Wahrnehmung geht die Spaltung der Gesellschaft hurtig weiter: Zu Flüchtlingen/Migranten und Klimaerwärmung ist nun Corona dazugekommen.

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