Vom Regen in die Traufe

Christine Aschbacher war symptomatisch für Sebastian Kurz` mangelnde Menschenkenntnis und die Sorglosigkeit, mit der die ÖVP wichtige Positionen besetzt.

Ihr Nachfolger, der „Experte“ Martin Kocher ist symptomatisch für Kurz` ideologische Konsequenz: Er ist kein ÖVP- Mitglied, aber ein eingefleischter Neoliberaler. Natürlich plädiert er für einen schlanken Staat, natürlich plädiert er für eine niedrigere Abgabenquote und natürlich lehnt er eine Erbschaftssteuer ab. Zu seiner Expertise möchte ich daran erinnern, dass sein Institut für Höhere Studien den Wirtschaftseinbruch durch die Covid 19- Pandemie mit 2,5 Prozent veranschlagte – wenn ich mich in einer vergleichbaren Größenordnung geirrt hätte, wagte ich mich für ein Jahr nicht auf die Straße. Kochers Forderung, dass Österreich seine Staatsschulden so schnell wie möglich abbauen möge, um die hohen Ausgaben zur Bewältigung der Corona- Krise wieder hereinzubringen, führte in eine wirtschaftliche Katastrophe.

Insofern war Christine Aschbacher harmloser.

12 Kommentare

  1. Der „Neue“ ist einfach anachronistisch. er passt nicht in die zeit, seine iIeen sind schubladengeeicht. Kogler wird zwar einen Gesprächspartner finden, denn natürlich kann Kocher mit Erbsen was anfangen, auch hinterm Komma, kann rechnen, allein auch das ist nicht ausreichend, wenn wir es mit einem weiteren Teflon in der Regierung zu tun haben.

  2. Da streiten sich die Leut herum oft um den Wert des Glücks
    der Eine heißt den Anderen dumm – und am End weiß keiner nix….

  3. Man kann – wie man weiß – alles von mindestens zwei Seiten betrachten: es einerseits erstaunlich finden (und darf dabei sogar überrascht sein), dass es immer wieder Menschen gibt, die besonders plump zu täuschen versuchen (Aschbacher) und jene, die – vermutlich ohne je ihre Nase zwischen die Buchdeckel der Magisterarbeit gesteckt zu haben – dafür ein Testat mit „sehr gut“ vergeben (Pinczolits) und damit ihre eigene Reputation aufs Spiel setzen oder diese zumindest beschädigen. Andererseits ist es doch auch bemerkenswert, wie sinnvoll man als „Arbeitsministerin“ die Zeit des Lockdowns und des „home office“ nutzen kann, um eine – zwar lächerlich miserable – Doktorarbeit zu verfassen (bzw. verfassen zu lassen) und an einer ausländischen Universität einzureichen, statt sich im selben, für das eigene Ressort sicher besonders fordernden Zeitraum mit der Lösung von Problemen der fast sechshunderttausend arbeitslosen ÖsterrericherInnen auf dem Arbeitsmarkt zu beschäftigen. Wäre es nicht so traurig (für Aschbacher), enttäuschend (für ÖVP-WählerInnen) und ärgerlich (für den Kanzler), man müsste als „gelernte(r) ÖsterreicherIn“ dieses Verhalten als bezeichnend für einen – offenbar nicht auszumerzenden – Teil der (nicht nur) österreichweiten Beamtenschaft und Politikerkaste halten. Aschbacher ist aber auch ein Beispiel dafür, wie dünn die „Personaldecke“ einer Partei ist, die vorgibt, über die notwendigen Ressourcen zur Bewältigung der Corona-Krise zu verfügen. Freunderlwirtschaft und Klüngelei gibt es wohl in jeder Partei, dass sie aber genau jetzt und in dieser Form zu Tage tritt, sollte nicht nur zu neuen Einsichten führen, sondern bei einer hoffentlich wachsenden Bevölkerungsgruppe auch zu einem geänderten Wählerverhalten. Trotz allem sollte man aber nicht darauf vergessen, dass normalerweise gerade jetzt der Zeitraum der rauschenden Feste und Bälle und des bunten Treibens der Faschingsgilden und Karnevalsvereine ist, das viele in Österreich heuer so vermissen. So gönnt uns Frau Aschbacher mit ihrem gescheiterten Versuch, Akademikerin zu werden, wenigstens einen Moment der (Schaden-)Freude, den wir in dieser „beschränkten Zeit“ doch schon so sehnlich herbeigesehnt haben, auch wenn das morsche Staberl uns dazu noch den Takt schlagen möchte.

    1. Na, als morsches Staberl brauche ich da gar keinen Taktstock schwingen. Es genügt ein Blick nach Norden, zur Schwesterpartei der SPÖ. Die müht sich auch derzeit mit einem Plagiatsfall ab, der sich gewaschen hat.

      Da wurde doch glatt die SPD Bundesfamilienministerin Franziska Giffey beim Schummeln erwischt und versucht sich mit einem Verzicht auf ihren unrechtmäßigen Doktortitel rauszuwurschteln. Wortwörtlich ließ sie verkünden: „“Ich bin nicht gewillt, meine Dissertation und das damit verbundene nun neu aufgerollte Verfahren weiter zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen zu machen. Aber ich habe meine Doktorarbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst“.

      Und wie reagiert die SPD?: Sie hält daran fest, dass Giffey Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2021 werden soll.

      Es ist immer das gleiche: Wenn es bei der ÖVP einen nicht zu entschuldigenden Vorfall dieser Art gibt, da schreit die linke geschrumpfte Reichshälfte gleich groß auf.

      Aber wenn in ihren eigenen Reihen so etwas passiert: Rasch alles unter der roten Tuchent verstecken!

      Und wer meinen Zeilen nicht Glauben schenken will, hier der Beweis:

      https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2020/11/plagiatsvorwuerfe-giffey-doktortitel-fu-berlin.html

      1. Wer auch immer Sie sind – tatsächlich „der“ (sich noch immer für legendär haltende) „Staberl“ der Kronenzeitung? – na dann ‚Alles Gute zum Hunderter!‘ Aber was haben Sie für ein seltsames Politikverständnis? Kritik an Frau Aschbacher ist – wie jetzt? – nur dann erlaubt, wenn in der SPD kein ähnlicher Skandal vorliegt? Meinen Sie das tatsächlich ernst? Und was schreiben Sie für Unsinn von einer „linken geschrumpften Reichshälfte“? Oder halten Sie die SPD wirklich für einen Bestandteil der österreichischen Parteienlandschaft? Ist Ihnen nicht bewusst, worüber hier diskutiert und kommentiert wird? Sie schreiben wie ein schlecht vorbereiteter Schüler bei der Deutschschularbeit leider am Thema vorbei! Es dürfte zwar kein Leseproblem vorliegen, denn weder die SPD, noch SPÖ wurde in meinem Kommentar erwähnt, aber konsultieren Sie vorsichtshalber trotzdem einen (Augen-)Arzt! Ich habe allerdings auch darauf hingewiesen, dass es (leider immer noch) „einen – offenbar nicht auszumerzenden – Teil der (nicht nur) österreichweiten Beamtenschaft und Politikerkaste“ gibt, der sich lieber dem Plagieren als dem Einschalten des eigenen Gehirns verschrieben hat.
        Wärmen Sie sich „unter der schwarzen (türkisen) Tuchent“ und verkühlen Sie sich nicht beim Schreiben von Kommentaren auf Kommentare! Hoffen Sie auf die baldige Impfung gegen CoVid und bleiben Sie gesund!

        1. Dass Frau Aschbacher nach diesem Skandal sofort gehen mußte, das steht außer Frage, so ein Verhalten ist untragbar – da bin ich mit Ihnen einer Meinung.

          Mir geht es vor allem aufzuzeigen, wie sozialistische Parteien bei analogen Fällen reagieren und da habe ich auf den Skandal der SPD Ministerin Giffey hingewiesen.

          Warum wird diese Schummlerin nicht von ihren GenossInnen gedrängt, zurückzutreten?

          Warum hält man sie weiter als Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2021 fest?

          Bei der Plagiatsaffäre des deutschen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich die SPD und auch unsere Linken den Mund zerrissen, bis er entnervt aufgab.

          Aber bei einer SPD Ministerin wird das alles verdrängt und versteckt.

          Und auch die österreichischen Linken schweigen dazu und wollen ablenken.

  4. Eine Regierung zerbröselt!
    Es ist mehr als typisch, wenn jetzt schön langsam auch immer mehr Ungereimten von der Regierung Kurz auftauchen. Er als Studienabbrecher, hat seinerzeit (Dr.) Aschbacher als Arbeitsministerin engagiert. Der als „Plagiatsjäger“ bekannte Sachverständige Stefan Weber, ein gewissenhafter Forscher für Plagiate in Doktorarbeiten, hat ihre Doktorarbeit als „teilweises Abschreiben“ erkannt und aufgezeigt. Aschbacher versuchte anfangs noch das Ganze als „falsch und Verleumdung“ anzuprangern.
    Kurz bekam kalte Füße und verlangte von Aschbacher den sofortigen Rücktritt. Über Nacht wurde ein neuer Minister aus dem Hut gezaubert, zum Glück ein echter Fachmann auf dem Gebiet. Ein großes Glück für den glücklosen Kurz. Er tat so, wie wenn das „halt ein Betriebsunfall“ gewesen wäre. Jetzt frage ich mich allen Ernstes, nach welchen Kriterien wählt Kurz eigentlich seine Regierungsmitglieder aus? Würfelt er sie? Beschäftigt er eine Wahrsagerin? Oder gibt es dazu Befehle aus dem „inneren Kreis der ÖVP?

    1. Wenn Sie schon Kanzler Kurz vorhalten, dass er ein Studienabbrecher ist, dann sollten Sie aus Fairnessgründen schon auch erwähnen, dass der Ex-Kanzler der SPÖ Faymann nicht einmal die Matura hat.

        1. @Andreas Moser

          Aus den Parlamentsprotokollen 2013:

          https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/AB/AB_12936/index.shtml

          Beantwortet durch: Dr. Claudia Schmied Regierungsmitglied Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

          beantwortet Lebenslauf, Matura, Studium, Taxiführerschein bzw. Taxikonzession für Werner Faymann (13191/J)

          https://www.vienna.at/matura-bei-den-kuschelprofessoren-und-bei-werner-faymann/4361150

          Zitate aus einem Gastbeitrag vom ehemaligen PRESSE Chefredakteur Unterberger:

          „Für die AHS Henriettenplatz sind ja nicht einmal an der Nationalbibliothek die dort sonst von allen Jahrgängen und Schulen penibel gehorteten Jahresberichte aus der Zeit der angeblichen Faymann-Matura auffindbar. Das ist ja sicher nur ein ganz, ganz blöder Zufall. Oder? Blöderweise verrät freilich der SPÖ-Chef auch sonst nirgendwo den Bürgern, ob, wann und wo er maturiert hat; alle offiziellen Lebensläufe gehen seit einigen Jahren schweigend darüber hinweg, was Faymann wenigstens in dieser Hinsicht einzigartig unter allen Regierungschefs der Welt macht. Und was frühere Lebensläufe in ein bedenkliches Licht rückt.“

      1. Alter Hut. Damit locken Sie niemanden mehr vor dem Ofen hervor. Damit machen Sie sich 2021 nur noch lächerlich. Außerdem war Faymann, bei aller Kritikwürdigkeit, ein siebenmal besserer Kanzler als Kurz es jemals werden wird.

        1. @Ilya Kuryakin: Mit seiner Aussage am Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015: „Wir brauchen keinen Grenzzaun, es genügt ein Tür’l mit Seitenteilen“ hat Faymann seine Qualifikationen als siebenfacher besserer Bundeskanzler tatsächlich bewiesen.

          Da frage ich mich nur – wenn er tatsächlich so hervorragende war – warum er am 1.Mai 2016 am Rathausplatz von seinen eigenen Genossen hinweggepfiffen wurde. Ich habe mir damals das Spektakel selbst angesehen, wobei mir von einem SPÖ Funktionär sogar eine Trillerpfeife aufgedrängt wurde, hier mitzupfeifen.

          Aber davon wollen Poster wie Sie nichts wissen, so etwas Peinliches wird ja gleich verdrängt.

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