Die Vorzüge der Felbermayr-Models

Der Vorschlag von WIFO-Chef Gabriel Felbermayr, ein bestimmtes Stromkontingent gratis zur Verfügung zu stellen, um die Folgen der Inflation zu mildern, scheint mir  brillant.

In Wirklichkeit lässt er sich nicht nur in Bezug auf Strom, sondern auch in Bezug auf Gas verwirklichen. Im Idealfall sollte man allen Menschen, die sich Strom und Gas auf der Basis ihres Einkommens nicht mehr leisten können, dieses Kontingent nach Einkommensstufen gestaffelt zukommen lassen: Sie werden verständigt, wie groß das Kontingent ist, das sie nicht bezahlen müssen, weil der Staat es für sie bezahlt, müssen dem Lieferanten aber bezahlen, was sie darüber hinaus verbrauchen. Sie werden somit unverändert veranlasst so wenig wir möglich zu verbrauchen, so dass der gesamten Energieverbrauch, anders als bei einer Preisdeckelung, sehr wohl sinkt und die Erschließung alternativer Energie weiterhin befördert wird.

Wäre die Vermögenssteuer nicht abgeschafft, könnte man aus den Steuerakten exakt ersehen, wer wegen seines Vermögens trotz geringen Einkommens keinen Anspruch auf ein Gratis-Kontingent hat – so muss man ein gewisses Maß an ungerechter Beschenkung in Kauf nehmen- aber die Vorteile des Felbermayr- Rezeptes überwiegt diesen Nachteil bei Weitem. Meines Erachtens lässt er sich auf  die so wichtige Subventionierung stark Gas-abhängiger Unternehmen übertragen: Auch dort könnte man besonders Betroffenen mit vom Staat bezahlten Gratiskontingenten aushelfen, deren Größe sich an ihren vermutlichen Mehrkosten orientiert.

3 Kommentare

  1. Es wäre zielführend den Begriff „Vermögen“ quantitativ zu definieren. Wieviel und was genau ist „Vermögen“, das den Bezug von gewissen Transferleistungen ausschließen soll?

  2. „Im Idealfall sollte man allen Menschen, die sich Strom und Gas auf der Basis ihres Einkommens nicht mehr leisten können, dieses Kontingent nach Einkommensstufen gestaffelt zukommen lassen.“ Wenn dieser Vorschlag von Felbermayr brillant ist, dann darf ich mich rühmen, diese Brillanz schon Jahre zuvor in meiner Arbeit „Ökologische Verbrauchssteuer – ein (fast) perfektes Steuersystem“ bewiesen zu haben. Da wird auch gezeigt, unter welchen Umständen eine exakte Erfassung von Einkommen möglich ist.

  3. „Im Idealfall sollte man allen Menschen, die sich Strom und Gas auf der Basis ihres Einkommens nicht mehr leisten können, dieses Kontingent nach Einkommensstufen gestaffelt zukommen lassen“. Wenn Felbermayrs Vorschlag brillant ist, dann darf ich mich in aller Unbescheidenheit rühmen, diese Brillanz schon vor Jahren in meinem Buch „Ökologische Verbrauchssteuer – ein (fast) perfektes Steuersystem“ (https://www.amazon.de/Ecological-Consumption-Tax-Verbrauchssteuer-Steuersystem-ebook/dp/B07WH3LSFB) bewiesen zu haben.

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