Sommerlich ORF-Plattform für Herbert Kickl

Ein schlecht vorbereiteter Klaus Webhofer bot Herbert Kickl im letzten „ORF-Sommergespräch“ dieses Jahres die ideale Plattform zu einer die Fakten völlig verdrehenden Kritik an der Regierung und ihrem Verhältnis zu Russland. Nachdem er eine Reihe uninteressanter Fragen gestellt hatte, auf die man sich die Antwort Kickls ausrechnen konnte- etwa: wie er damit umgeht, dass er in Umfragen als nicht vertrauenswürdig bezeichnet wird – kam er auf das Thema Inflation zu sprechen, und Kickl konnte dort lang und breit, und vor allem unwidersprochen, ausführen, dass sie darauf beruht, dass Österreich kein russisches Gas mehr kauft, weil es sich in die Sanktionspolitik der EU einbinden ließ. Nicht einmal ansatzweise wendet Webhofer ein, dass die Ursache der Inflation darin zu finden ist, dass Wladimir Putin in Vorbereitung des Ukraine-Krieges gemeinsam mit der OPEC jene Drosselung der Öl- und Gasförderung beschloss, die Energie so teuer machte, dass alles Produzierte sich entsprechend verteuern musste. Die EU hat zwar den Kauf russischen Öls, nicht aber russischen Gases sanktioniert, weil sie weiß, wie abhängig Österreich, Deutschland, aber auch viele andere Staaten davon waren und zum Teil noch sind. Während die EU Putin wegen seines Krieges wie der damit verbundenen Inflation zu Recht ächtet, hat die FPÖ bekanntlich einen nicht aufgekündigten Freundschaftsvertragmit seiner Partei „Einiges Russland“ und sorgt sich Kickl, dass wir unsere Neutralität gefährden, indem wir Putins Krieg kritisieren und uns den Sanktionen der EU angeschlossen haben.

2 Kommentare

  1. Der ORF ist löblich seinem gesetzlichen Auftrag nachgekommen und hat dem Chef der Partei mit der größten Wählerschaft eine Platform geboten. Mündige Seher machen sich selbst ein Bild. Dass die Neutralität, die ja immerwährend vereinbart wurde, von der Regierung defakto ausgehebelt wurde, ist offensichtlich und hat spürbare Auswirkungen. Nicht eingehaltene Vereinbarungen lassen unweigerlich einen Vertrauensverlust folgen. Da gehen auch gute Geschäftsbeziehungen kaputt. Da kann der gute Webhofer nichts dafür. Der gute Herr Kickl auch nicht. Er profitiert allerdings von den vertrauensunwürdigen Sesselklebern mit ihrem aufgeblasenem Kabinett. Koste es was es wolle. Die abgesandelte, überschuldete Regierung wird weitermachen bis uns die galoppierende Inflation in den Krieg treibt. Der ORF begleitet diesen Trauermarsch. Ein Schuldiger ist bereits gefunden. Das aufgewiegelte Volk wird brüllen: „Ans Kreuz mit Putin“. Die Taten werden ausgeblendet oder verfälscht. Wer Putin nicht den roten Teppich auslegt ist naiv und ist der Propaganda verfallen. Wenn das größte Weltreich mit 11 Zeitzonen Europa angreifen möchte, hätte es nicht freiwillig den Warschauer Pakt aufgelöst und der Wiedervereinigung Deutschlands zugestimmt. Außerdem hätte Russland schon 2014 den Bürgerkrieg genutzt um die noch nicht vom Westen hochgerüsteten Ukraine zu anektieren.
    Der wahre Feind Europas ist die angloamerikanische Finanzindustrie. Die lässt unsere Gasversorgung sprengen und wir mucken nicht einmal auf. Wir halten brav die Klappe! Unabhängige, rechtskonforme Medien werden sanktioniert, wenn sie einen Diskurs zulassen. Hat bei Corona bestens funktioniert.
    Die Finanzindustrie hat schon den 1. WK provozierte um Europa und Russland zu spalten. Spalte und herrsche ist die Devise. Würden sich alle 193 Nationen an das ratifizierte UN-Gewaltverbot halten, hätten wir den Weltfrieden. Waffen nieder!

  2. So eine Moderation ist ein Trauerspiel. Noch trauriger ist allerdings, dass eine Partei, deren Parteichef Putin am liebsten den roten Teppich ausbreiten und ihm kniend Österreich zu Füßen legen möchte, laut Umfragen von einem Drittel der Wähler bevorzugt wird. Quo vadis Österreich?

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