Ausnahmsweise eine Empfehlung, die auch der Kurier schon gegeben hat : „Ein deutsches Leben“ im Theater in der Josefstadt ist eine großartig gelungene Auseinandersetzung mit Problemen der „Vergangenheitsbewältigung“.
Das Thema: Was man vom größten NS-Verbrechen wissen konnte oder wissen musste. Abgehandelt wird das an Hand diverser Interviews der mit 103 Jahren verstorbenen Sekretärin von Joseph Göbbels, Brunhilde Pomsel, die scheinbar an der Quelle saß und behauptet, nichts gewusst zu haben. Text des Stückes ist ein Zusammenschnitt der Interviews. Wie Lore Stefanek ihn spricht, ist sensationell – ich habe nie Besseres gesehen. Die Inszenierung von Andrea Breth, in der Lieder aus der Zeit und Pantomime eine unterstützende Rolle spielen, ist erwartungsgemäß hervorragend. Dass mein Enkel Noah eine winzige Rolle als einziger Bub unter den sechs ermordeten Göbbels-Kindern spielt, darf mich nicht hindern, Lore Stefaneks zweistündigen Monolog anzupreisen, um danach zu rätseln, ob sie die Wahrheit sagt.
4 Kommentare
Das Stück heißt „Ein deutsches Leben“ und nicht Schicksal
Danke für den Hinweis!
Haben sie mehr als die Überschrift gelesen???
Ich habe korrekt geantwortet Herr LINGENS hat sich dafür bedankt und die Korrektur vorgenommen. Ihren Post verstehe ich nicht!!