Indem sie nicht von deutschen Ökonomen dominiert wird und Behauptungen überprüfen kann, stellt KI klar, warum Sparen des Staates aktuell so verfehlt ist,
Ich habe eigentlich nicht gedacht, dass künstliche Intelligenz (KI) auch meinen Beruf überflüssig machen könnte, aber ich bin dessen nicht mehr sicher: Seit mehr als zwanzig Jahren versuche ich, Leser, Kollegen und Politiker zu überzeugen, dass Sparen des Staates in der aktuellen Situation eine widersinnige, gemeingefährliche Strategie ist und habe dabei kaum Erfolg. Finanzminister Markus Marterbauer hat soeben Österreichs Spar-Doppelbudget präsentiert und der Ökonom und Präsident des Fiskalrates, Christoph Badelt moniert, dass es nicht ambitioniert genug ist, um dem meines Erachtens verrückten EU-Defizitverfahren zu genügen.
Ich habe daher, statt wieder einmal zur allseitigen Ermüdung auf die Saldenmechanik zu verweisen, die vermutlich in Zukunft alle Bereiche dominierende „Künstliche Intelligenz“ befragt, ob Sparen des Staates für die Wirtschaft sinnvoll ist und folgende in meinen Augen perfekte Antwort erhalten:
„Sparen des Staates (Austerität) ist volkswirtschaftlich nicht pauschal sinnvoll, sondern hängt stark von der wirtschaftlichen Lage ab. Während ein Sparkurs in einer überhitzten Wirtschaft sinnvoll ist, kann er in einer Krise den wirtschaftlichen Abschwung massiv verschlimmern und die Staatsfinanzen paradoxerweise weiter verschlechtern. Die Sinnhaftigkeit staatlichen Sparens wird in der Volkswirtschaftslehre anhand zweier zentraler Perspektiven und Phasen diskutiert:
- Das Sparparadoxon besagt: Wenn ein Staat seine Ausgaben drastisch kürzt, entzieht er der Wirtschaft Geld.
- durch staatliche Einsparungen sinken die Umsätze von Unternehmen und die Einkommen der Bürger. Dadurch nimmt der Staat weniger Steuern ein. Am Ende kann das Defizit (daher) trotz Sparens steigen.
Sinnvoll ist Sparen des Staates (nur dann), wenn die Wirtschaft überhitzt boomt und die Gefahr hoher Inflation besteht. Dagegen) ist Sparen des States schädlich in einer Rezession oder Krise. Es besteht (dann) die Gefahr einer Abwärtsspirale: Spart der Staat in der Krise, (so)bricht die Nachfrage noch stärker ein. Einsparungen bei Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung schaden (zudem) der Wettbewerbsfähigkeit von morgen.“ (Ende der Zitierung)
1 Kommentar
Staatliche Investitionen sind nicht an und für sich sinnvoll – die Saldenmechanik selbst gibt keine Anweisung für sinnvolles Handeln. Sinnvoll sind Investitionen in Zeiten übermäßiger Staatsverschuldung nur dann, wenn der zu erwartende Ertrag aus der Neuverschuldung die für diese zu erbringenden Zinsen deutlich übersteigt. Das kann aber niemand voraussagen – in der Vergangenheit war das jedenfalls oft genug nicht der Fall, daher die begründete Vorsicht.