In der EU sieht man Donald Trump der Zölle wegen voran als Bösewicht. Seine schlichte Dummheit kommt die Welt ebenso teuer. Sein Iran-Fiasko ist einzigartig.
Wahrscheinlich fällt es schwer, einen vielfachen Milliardär als dennoch ziemlich dumm zu begreifen. Aber erstens hat Donald Trump schon von seinem Vater hunderte Millionen geerbt und zweites kann man auch dank simpler Korruption sehr reich werden. Trumps erstes, extrem erfolgreiches Großprojekt war der Bau eines Hotels in New York, für den die Stadt ihm Steuerfreiheit zugestand. Warum sie das tat, ist rätselhaft – jedenfalls kann man dergleichen auch erkaufen, wenn man sich auf Korruption versteht. Und wie sehr sich Trump darauf versteht, beweist die Gegenwart: Das Ausmaß, in dem er sich und seine Familie in seiner zweiten Amtszeit bereichert hat, ist einzigartig. Allein mit dem simplen Wissen, dass alle Aktien massiv steigen, wenn er behauptet, dass man im Krieg mit dem Iran unmittelbar vor einer Lösung steht, kann man hunderte Millionen machen, wenn man gemäß diesem Wissen Aktien kauft.
Jedenfalls so lang, bis alle Beteiligten wissen, dass Trumps Iran -Äußerungen nichts mit der Realität zu tun haben.
Derzeit lauten sie einmal mehr, dass sowieso überwältigende Sieg der USA demnächst in die Öffnung der Straße von Hormus mündet. Ich glaube zwar auch, dass sie irgendwann geöffnet wird, aber so gut wie sicher wird der Iran Geld für die sichere Durchfahrt verlangen und bekommen.
Nichts als alllenthalbenVerluste
Damit ist die Bilanz dieses Krieges ein einzigartiges Fiasko, obwohl Trump ihn nicht aus dummen oder aberwitzigen Motiven begonnen hat: Ich glaube ihm, dass ihm die Freiheit der Menschen des Iran durchaus am Herzen liegt und es war auch nicht abwegig, Israels Bedrohung durch den Iran verringern zu wollen, indem man ihn militärisch deutlich schwächt – aber jemand, der einigermaßen denken konnte, musste wissen, dass das mit beträchtlichen Risken verbunden ist und dass es so, wie Trump es militärisch anlegte – ohne massiven Einsatz am Boden – nicht zu erreichen war.
Das Ergebnis ist denn auch entsprechend: Die Iranis sind so unfrei wie eh und je, nur dass es ihnen wirtschaftlich noch schlechter als zuvor geht. Die Absicherung gegen eine künftige iranische Atombombe ist viel schlechter als das Wiener Abkommen, aus dem Trump ausgestiegen ist. Und Israel ist kaum sicherer. Der Iran ist militärisch zwar geschwächt, aber da ein Abkommen mit den USA, wie Trump es dringend braucht, ein Ende der Sanktionen voraussetzt, wird das Mullah-Regime in Kürze wieder Geld verdienen. Und zwar mehr denn je: Es wird zwar sicher keine „Reparationen“ für die Kriegsschäden durchsetzen, wohl aber Gelder für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus kassieren. Zusammen mit dem wieder erlaubten Verkauf seines Erdöls wird ihm das in Kürze rasches Aufrüsten ebenso erlauben wie das Finanzieren seiner Proxis. Auch wenn Benjamin Netanjahu sich von Trump nicht davon abhalten lassen wird, die Hisbollah weiterhin mit aller Kraft zu bekämpfen, wird Israel kaum entscheidend sicherer sein.
In Summe: Trump hat fast nichts von seinen Kriegszielen erreicht, jeder Tag Krieg hat die USA rund eine Milliarde Dollar gekostet und in den neun Monaten, die ihre Marins auf Flugzeugträgern verharren mussten, ist nicht nur ihre Nahrung knapp geworden, sondern haben sie auch so viele Patriot- Raketen verschossen, dass die knapp geworden sind und Trump sie der Ukraine schon aus diesem Grund nicht weiterhin liefern kann. Insofern ist neben den USA, die Ansehen und Geld verloren hat, der EU, für die Öl sich verteuert hat, den Iranis, für die alles sich verteuert hat, auch die Ukraine ein Opfer des Iran- Krieges. Sich für so genial zu halten, dass man ein Problem, wie das des Iran in wenigen Wochen ohne Blutvergießen zu lösen vermag, ist leider nur einem dummen Menschen möglich. Zumal Trump in Pete Hegseth einen noch dümmeren Kriegsminister hat, der ihn darin bestärkte.
3 Kommentare
Es mögen viele unschöne Atribute auf Donald Trump zutreffen. Dummheit ist meines Erachtens nicht dabei. Er hat Megaaufgaben in seiner Verantwortung zu lösen. Eine davon ist die grottenschlechte Budgetlage. Die immensen Ausgaben für Rüstung und Unterhaltung von weltweiten Militärbasen sind kaum zu bändigen. Und das neben dem Niedergang des Dollars als Leitwährung. Alle Staatenlenker, die die Unabhängigkeit vom Dollar angestrebt haben, wurden gestorben oder entführt. Lybien, Irak, Iran, Venezuela, Syrien usw. Alles illegale Interventionen des hochgelobten „demokratischen Wertewestens“, ohne UN Mandat. Die Zerstörung der Twintowers ermöglichte es einfach Schurkenstaaten auszurufen und zu bombadieren. Die multipolare Weltordnung der BRICS -Länder entsteht unaufhaltsam. Die handeln untereinander in ihren nationalen Währungen und pfeiffen auf den Dollar. Das weiss Trump und muss einen Weg finden, ohne dass der Schuldenberg Amerikas explodiert. Eine Deckung mit realen Werten ist ja für eine unipolare Weltordnung scheinbar nicht nötig. Solange sich die Welt in Dollars verschuldet hat, ging ja alles gut. Die Waffenbestellungen in den USA reichen alleine da nicht aus. Außerdem sind Waffenkäufe verlorenes Geld unter Einkalkulierung vieler Tote und verstümmelte MenschInnen.
Der Krieg im Iran, dem er aus welchen Gründen auch immer für seinen „Freund Netanjahu“ zugestimmt hat, wird genauso enden, wie die Kriegsbeteiligung in der Ukraine. Er zieht sich zeitgerecht zurück. Europa bleibt beim Ukrainekrieg über. Israel bleibt beim Irankrieg über. Auf einmal sind wir die Schurkenstaaten. Am Ende fliegt die City of London und der Vatikan in die Luft. Seine Schachzüge sind kaum durchschaubar und werden von Leuchtkerzen im Journalismus auch mal schnell als Dummheit dargestellt.
In Amerika tut sich sehr viel. Der Coronaschwindel rund um Dr. Fauci fliegt gerade hoch. Da hilft ihm die vorauseilende Begnadigung von ExPräsident Biden auch nichts. Bei unseren Massenmedien werden nur Randnotizen erwähnt, aber die Wetterdaten dramatisiert. Wie die Insidenzzahlen bei Corona, die plötzlich am 24 2. 2022 aufhörten. Viele werden sich noch an den Jahrhundertsommer 2003 erinnern. Schön und heiß wars! Vielleicht ist das Kriegsziel von Donald Trump ja der Weltfrieden.? Es müsste nur die Geschichte aufgearbeitet und die Lügen, die uns jahrzehntelang erfolgreich eingetrichtert wurden offengelegt werden. Das UN-Gewaltverbot wurde 1949 nach den Schrecken des 2. WK eingeführt und wird seither immer wieder unter Anwendung des Vetorechtes von den Vetomächten umgangen. Dumm würde ich jene Menschen bezeichnen, die mehrmals auf den gleichen Schwindel hereinfallen und eine gewisse Lernfähigkeit erfolgreich unterdrücken. Nur weil Faktenchecker und Massenmedien gewagte Mutmaßungen und Behauptungen anstellen heisst das noch lange nichts. Die KI berichtet manchmal auch sehr oberflächlich, bei präziesen Fragestellungen kommen oft erstaunlich ehrliche, plausible Antworten heraus. Ich habe der KI die Frage gestellt ob Donald Trump dumm ist. Die Antwort kann Jeder und Jedin abfagen. Viel Spass.
Danke, das tut gut, Herr Lingens!
Die unglaubliche Dummheit dieses Menschen – seit seiner letzten Amtszeit schon habe ich mich gefragt, ob ich die Einzige bin, die das so sieht.
Er zeigt alle schlechten Eigenschaften, die Menschen haben können in einer Person. Dazu dann noch diese Berater, welche er um sich schart und die ihn noch bestärken, ergibt eine Macht, die die Weltordnung auf den Kopf gestellt hat.
Das Schlimmste ist aber, daß man gar nicht mehr abschalten kann, weil täglich neue und absurdere Dinge über den großen Teich kommen.
Dieser extrovertierte Narzisst schafft es tatsächlich, alle Welt in Atem zu halten mit seinen Drohungen.
Ich persönlich hätte es nicht für möglich gehalten mit meinen 70 Jahren, daß sich einmal alles so entwickelt!
Liebe Grüße,
Ingrid Bruckner
Wie wahr, und trotzdem hat er auch in Österreich seine Anhänger …