Die Corona- Challenge

Zur Spitze der Corona-Risikogruppe zu zählen ist spannend. Bisher hat nur das autoritäre China “Corona” mit Erfolg bewältigt. Das US-Gesundheitssystem könnte der Welt eine neue Krise bescheren.

Bei seinem letzten Wien-Besuch verwahrte sich der Philosoph Karl Popper gegen die Überzeugung eines Grünen, dass der Mensch die Natur vernichte. “Ich stelle jetzt einmal die These auf, dass auch ein Virus die Menschheit vernichten könnte.”

Es ist spannend vierzig Jahre später zu erleben, wie das Corona-Virus unser Dasein zumindest auf den Kopf stellt. Besonders spannend wenn man achtzig ist, drei Herzinfarkte hinter sich hat, und sich von einer Bypass -Operation erholt: Man bekommt nicht aus dem Hinterkopf, dass man zur Spitze der „Risikogruppe“ zählt. Wenn man vorbeugend sofort vor Angst sterben will, hört man auf “Szenarien”: Schon in wenigen Wochen würden uns Intensivbetten fehlen… weiterlesen...

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Prophetischer Journalismus

Am 27. November 2018 veröffentlichte Simon Parkin in der spanische Zeitung “El Pais” unter dem Titel “So wird die nächste globale Pandemie verlaufen” einen Text, den er folgendermaßen einleitete:

“Trotz aller Anstrengungen von Regierungen und Organisationen, sich auf das Schlimmste vorzubereiten, ist die Welt nicht auf den weltweiten Schub einer tödlichen ansteckenden Krankheit vorbereitet. Wenn gewettet würde, welches apokalyptische Ereignis die Menschheit am wahrscheinlichsten ausrottet, ist eine Pandemie viel wahrscheinlich als ein Atomkrieg… Im Februar 2017 warnte Bill Gates, dass ein patogener Keim, der sich in der Luft verbreitet, 30 Millionen Menschen töten könnte, wenn man nicht so rasch wie mögliche Maßnahmen ergriffe”. weiterlesen...

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Ein Jahr Corona-Gefängnis?

Für mehr als zwei Millionen Österreicher, die über sechzig Jahre alt sind – und gar für mich als Achtzigjähriger mit Herzproblemen – wird nicht ganz unerheblich sein, ob und wie rasch “Herdenimmunität” erreicht wird:

Dauert es, wie die berühmten “drei Kurven” vermuten lassen, ein Jahr, so sind die Betreffenden durch ein Jahr nicht anders als Strafgefangene mit Fußfesseln in ihrer Wohnung kaserniert.

Ich gebe zu, dass das bei diesem Thema zu einer gewissen Parteilichkeit führen kann, die ich trotzdem zu vermeiden suchen werde. Allerdings hoffe ich, dass die Unter-Sechzigjährigen und die Regierung über diese Problematik nachdenken. weiterlesen...

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Johnson rudert zurück – Holland prescht vor

Jetzt werden auch in Großbritannien Großveranstaltungen abgesagt, Schulen und Museen geschlossen, Bildschirmarbeit und zu Hause wird angeraten. Zögernd und verspätet nähern die Briten ihre Maßnahmen denen der EU an, nachdem Boris Johnson ursprünglich – ich habe es ausführlich beschrieben- eine ganz andere Strategie gefahren war: Nur die Über-Sechzigjährigen sollten zu Hause bleiben – der Rest der Bevölkerung sollte wie bisher leben und damit rasche Herdenimmunität erreichen. Dagegen will Niederlands Premier Mark Rutte gegen gleichfalls wachsenden Widerstand bei der ursprünglichen Johnson-Strategie bleiben: Die Jungen sollten durch möglichst rasche Durchseuchung Immunität erlangen. weiterlesen...

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Mein Leben in der “Risikogruppe”

Ich zähle mit drei Herzinfarkten zur Spitze der “Risikogruppe”. Das macht das Leben nicht gerade einfacher. Aber Kleinunternehmer, freie Schauspieler oder Sänger sind noch viel schlechter dran

Leben in der “Risikogruppe” erinnert stark an Klosterleben: Trotz aller Demut kommen Spannungen auf. Unsere Kinder, die zu treffen wir aus Spanien nach Wien zurückgekehrt sind, dürfen wir nicht sehen- schon gar nicht die Enkel. Ich habe das notgedrungen innerlich akzeptiert- achtzig Jahre, drei Herzinfarkte und eine eben überstandene Bypass -Operation machen gefügig. Meine Frau hingegen fühlt sich verkannt: In Ziffern ist sie nur zehn Jahre jünger als ich – physisch mehr als zwanzig: Als sie mit vierzig mit mir ein Casino in Las Vegas betreten wollte, wurde sie angehalten, weil der Zutritt erst ab achtzehn gestattet ist – sie musste den Pass vorweisen. weiterlesen...

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Die übertriebene Corona -Sterblichkeit

Die Corona -Sterblichkeit hat längst nicht das Ausmaß, das Italien suggeriert. Es ist fraglich, ob das Corona-Virus die Sterblichkeit der Bevölkerung in einen Land wie Deutschland überhaupt erhöhen wird.

Das sind die zentralen Aussagen des Virologen Professor Hendrik Streeck, der die Leitung des virologischen Instituts der Universität Bonn von Professor Christian Drosten übernommen hat, nachdem dieser in die Berliner Charité übersiedelt ist, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Wenn sie zutreffen, unterstreichen sie meine Meinung, dass die britische Strategie, nur die Über -Sechzigjährigen zu kasernieren und den Rest der Bevölkerung wie bisher weiter leben und arbeiten zu lassen, der fast überall geübten österreichischen Strategie der maximalen Abschottung aller überlegen ist. weiterlesen...

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Was spricht fürs radikale britische Modell?

Obwohl ich der Meinung bin, dass die türkisgrüne Regierung “Corona” intelligent und konsequent managt, zöge ich ihrer Strategie die radikale Großbritanniens vor: dort werden alle über Sechzigjährigen kaserniert und unterstützt indem man sie von außen mit Nahrung bzw. Medikamenten versorgt. (Boxen, die es erlauben Waren zu deponieren und zu entnehmen ohne einander zu berühren sich relativ leicht herzustellen) Die restliche Bevölkerung lebt und arbeitet wie bisher. Ihre entsprechend rasche totale Durchseuchung schafft am schnellsten die geforderte Herdenimmunität. weiterlesen...

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Wie gut hat Bruno Kreisky gewirtschaftet?

Versuch einer differenzierten Bilanz nach 50 Jahren: Vertrauen in Keynes ließ Österreich eine Ölkrise bravourös bewältigen. Hartwährungspolitik brachte es auf die Überholspur. Bis es in eine Bankenkrise schlitterte. 

Vor exakt 50 Jahren hat die SPÖ unter Bruno Kreisky Österreichs Regierungsgeschäfte übernommen und 13 Jahre allein geführt. Das war allenthalben (etwa im ORF-Wirtschaftsmagazin ECO) Anlass, seine Wirtschaftspolitik zu resümieren. Ich will das auch tun, obwohl ich andere, voran gesellschaftspolitische Weichenstellungen seiner Ära für fast wichtiger halte, zumal sie stets auch wirtschaftliche Rückwirkungen hatten. weiterlesen...

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Das Corona Virus ist Trumps stärkster Gegner

Chinas Probleme nehmen seinem wirtschaftlichen Erfolg etwas von seiner Strahlkraft. Dafür reiben Trumps demokratische Widersacher einander gegenseitig auf. 

 Selbst das Corona-Virus hat seine Meriten: Es lässt die Chance Donald Trumps auf Wiederwahl ein klein wenig schrumpfen. Denn trotz der heftigen Erholung am Montag hat es US Aktienkursen einen kräftigen Knick beschert und das irritiert in den USA nicht nur die Reichen, sondern die Massen, weil Aktienbesitz bis in die Unterschicht reicht. Dass Trump nichts dafür kann, dass das Virus Chinas Wirtschaft lähmt, ist eine Überlegung, die dort nicht jeder anstellt. Außerdem werden die Demokraten behaupten, Chinas Schwäche habe einen Abschwung, der in Wahrheit Trump anzulasten sei, höchstens verstärkt weiterlesen...

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Braucht es den Mietpreisdeckel?

Oder genügte es, wenn die Mieter geförderter Wohnungen die Mieten bezahlen, die ihrem Einkommen entsprechen?

Der jüngste Anstieg der Inflation gibt Politkern neuen Anlass, den Anstieg der Mieten zu beklagen: Wohnen sei kaum mehr leistbar – voran junge Paare hätten keine Chance erschwinglich zu wohnen.

Im Vergleich mit ähnlich wohlhabenden Ländern – Deutschland, Schweden, Holland, Dänemark, Schweiz- ist Wohnen zwar teurer. Es sind auch nicht nur die gestiegenen Mieten, die jungen Paaren das Wohnen erschweren: Dass die Reallöhne erheblicher Teile der Bevölkerung um bis zu 20 Prozent gesunken sind und prekäre Arbeitsverhältnisse bei jungen Leuten zur Regel gehören, erschwert es kaum minder. Nicht zuletzt scheint der Höhepunkt des Problems überschritten: Die Neubautätigkeit hat in den letzten Jahren derart zugenommen, dass zumindest der Bevölkerung Wiens schon demnächst ausreichend neuer Wohnraum gegenübersteht, so dass die Mieten wieder sinken dürften. weiterlesen...

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Österreichs Mühen im Kampf gegen Korruption

Strafverfahren, in die Regierungsparteien involviert sind, sind hierzulande extrem schwierig. Der Eurofighter-Skandal ist nicht der erste, bei dem die Staatsanwaltschaft keine sehr gute Figur macht. Ein Ausblick und ein Rückblick.

Voraus zwei Feststellungen, die mir unstrittig scheinen. Erstens: Österreich ist Hans Peter Doskozil zu größtem Dank verpflichtet. Nur seiner aus Misstrauen gegen Österreichs Justiz direkt an US-Behörden weitergeleiteten Strafanzeige ist es zur danken, dass sich der Kauf der Eurofighter zumindest erheblich verbilligen wird. Zweitens: Die maximale Verbilligung bestünde zweifellos in der – nicht ausgeschlossenen- Rückabwicklung des Kaufes, denn einen teureren, unsinnigeren Beitrag zu Österreichs Landesverteidigung als die Bestellung der Eurofighter hat es nie gegeben. weiterlesen...

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Deutschland, Deutschland über alles

Der deutsche Handelsbilanzüberschuss hat 2019 ein neues Rekordniveau erreicht. Aber niemand fragt sich, wie lange seine Handelspartner das aushalten.

Soeben wurden die Zahlen des deutschen Handels für 2019 bekannt: Importen von 1089 Milliarden standen Exporte von 1317 Milliarden gegenüber und schufen einen Rekord-Handelsbilanzüberschuss von 229 Milliarden Euro. Das scheint die Obergrenze, auf die die deutschen Überschüsse sich einpendeln, seit sie ab 2000 explosionsartig zugenommen haben. (Siehe Grafik) weiterlesen...

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Kurz im Glück

Für den Kanzler war Krems zweifellos ein voller Erfolg. Die Steuersenkung für Geringverdiener funktioniert selbstverständlich auch ohne „Gegenfinanzierung“ bestens.

Sebastian Kurz ist ein PR-Genie. Kaum von Krems heimgekehrt, vermochte er den Österreichern die erste türkis-grüne Klausur bereits in der abendlichen ZIB2 als fulminanten Erfolg zu verkaufen. Die ökosoziale Steuerreform sei auf dem Weg und natürlich würde sein Versprechen eingehalten, die Bevölkerung steuerlich zu entlasten: Der erste Schritt, in dem die Steuer in der niedrigsten Einkommensstufe von 25 auf 20 Prozent gesenkt wird, beließe einer Familie mit zwei Kindern zusammen mit dem Kinder-Bonus im Jahr viertausend Euro mehr in der Tasche. Trotzdem würde die Regierung keine neuen Schulden. sondern Überschüsse machen. weiterlesen...

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Doskozils erfolgreicher Alleingang

Ist Sebastian Kurz für die Österreicher der Mann, der den Flüchtlingsstrom durch die „Schließung“ der Balkanroute gestoppt hat, so hat ihn Hans Peter Doskozil zumindest gezähmt, indem er „in Nickelsdorf das Chaos gemanagt„ und es in Parndorf vermieden hat. Die „Balkanroute“ ließ Kurz die Wahlen in Österreich gewinnen, „Nickelsdorf” trug Doskozil den Wahlsieg im Burgenland ein.

Was Doskozil oder Kurz sonst noch getan haben, ist nicht so wichtig: Die “Flüchtlingsfrage” bleibt das bestimmende Wahlmotiv, auch wenn die Meinungsforscher behaupten, sie spiele heute keine solche Rolle mehr. Doch das gilt nur für die Hirnlappen, nicht für das Stammhirn. weiterlesen...

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Pflege: Wenig Geld für wenig Ansehen

So lange der Staat sparen soll, kann er allenfalls Kasino-Angestellte, kaum aber Pfleger und Pflegerinnen, Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen adäquat bezahlen.

Die Koalition nimmt sich der Pflege an: sie will verhindern, dass einer wachsenden Zahl Pflegebedürftiger immer weniger PflegerInnen gegenüberstehen. Der Vorschlag Heinz Faßmanns, nach dem Muster der HTLs Schulen einzurichten, an denen man die Matura gleichzeitig mit einer Pflege- Lehre abschließen kann, hat zu Recht rundum Zustimmung erfahren. Aber der Knackpunkt bleibt ein anderer: ich bezweifle, dass genügend Personen diesen Beruf ergreifen, solange er mit 1.756 Euro entlohnt ist. weiterlesen...

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