Die Unverzichtbarkeit des Ethik-Unterrichts

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Der Standard zitiert eine Untersuchung des seriösen „Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen“ über die Ansichten muslimischer Kinder. Sie hat unter den Lesern zu Recht Aufsehen erregt, denn sie fiele in Österreich kaum anders aus:

  • Den Satz „andere Religionen sind weniger wert als der Islam“ bejahten 36,6 Prozent der befragten Kinder.
  • 29,9 Prozent konnten sich „gut vorstellen, selbst für den Islam zu kämpfen und mein Leben zu riskieren”.
  • 27,4 Prozent befanden “die islamischen Gesetze der Scharia für viel besser als deutsche Gesetze“.
  • Und dass „Muslime unterdrückt werden und sich dagegen mit Gewalt zur Wehr setzen müssen“ fanden immerhin noch 19,9 Prozent überzeugend. 3,8 Prozent waren sogar der Meinung, dass es ihnen „erlaubt ist ihre Ziele auch mit terroristischen Anschlägen zu erreichen“

Auch wenn man die Aussagen Halbwüchsiger – es handelte sich um 280 Kinder der neunten Schulstufe – nicht auf die Goldwaage legen soll, sind sie in dieser Dicke und Dichte doch bestürzend.

Irgendwo muss „Aufklärung“ stattfinden

Ich meine, dass sie belegen, wie unverzichtbar es geworden ist, in Österreich und Deutschland einen verpflichtenden Ethik-Unterricht einzuführen. Einen Unterricht der aufklärt, dass der Islam anderen Religionen so wenig wie der Katholizismus oder der Protestantismus überlegen ist; dass „Kampf“ im Rahmen jeder Religion energisch abzulehnen ist; oder dass unsere Gesetze nicht nur die ausschließlich geltenden, sondern der Scharia auch klar vorzuziehenden sind.

Da eine solche Aufklärung durch die jeweiligen Eltern offenkundig nicht erfolgt ist, bleibt gar keine andere Möglichkeit als sie in der Schule nachzuholen.

Sie zu unterlassen ist grob fahrlässig, denn unter kritischen wirtschaftlichen Bedingungen – wenn auch nur ein Teil dieser Kinder als Erwachsene in Arbeitslosigkeit abgleiten sollte – sind diese Ansichten zwingend der Nährboden für Attentate, wie wir sie von Paris über Brüssel bis London erlebt haben.

Religion nicht Ethik sollte ein Wahlfach sein

Als nicht religiöser Mensch habe ich einen solchen Ethik-Unterricht schon unter normalen Umständen für höchst sinnvoll gehalten – schließlich sollte auch die „Aufklärung“ nicht nur das Christentum als „prägend“ ihre faire Chance im Unterricht erhalten und auch der Trennung von Kirche und Staat wäre damit ernsthafter Rechnung getragen.

Aber ich habe mich dem von der Mehrheit unterstützen Einwand gefügt, dass dafür zu wenig Zeit ist, dass der katholische oder evangelische Religionsunterricht auf keinen Fall ersetzt werden darf, und dass er – so wenig das zutrifft- einen Teil der Aufklärung über die Aufklärung übernimmt.

Unter den gegebenen Umständen zieht dieser Einwand aber nicht: Muslime besuchen keinen katholischen oder evangelischen sondern einen islamischen Religionsunterricht. Die aufklärende Relativierung der Religionen findet in ihrem Leben daher zu keinem Zeitpunkt statt – und das ist lebensgefährlich.

Halbwegs aufgeklärten Katholiken, wie Erhard Busek und vielleicht doch auch Sebastian Kurz muss diese ungeheure aktuelle Problematik doch klar sein: Unter den gegeben Umständen – mit einer Hauptstadt in der es mehr Kinder islamischen als katholischen Glaubens gibt – muss der Ethik-Unterricht „Pflichtfach“ und der katholische, evangelische, oder Islamische Religionsunterricht Wahlfach sein.

7 Kommentare

  1. Und fragen Sie einmal katholische Kinder wie sie ihre Religion im Vergleich mit anderen Religionen sehen. Kein Unterschied zur Deutschen Islam Untersuchung.

  2. Ich behaupte einmal: Ein “Ethik-Unterricht” wird ganz, ganz wenig bringen.
    Warum: 12+ Jährige aus diesem Kulturkreis ist es sowas von egal, was Lehrer so alles erzählen. Und Lehrerinnen werden sowieso nicht ernst genommen.

    Wirksam für den Selbstschutz “unserer Menschen” ist nur, dass man so wenig wie möglich “Islam-Gläubige” zu uns rein lässt und “Auffällige” konsequent des Landes verweist.

    Mir ist schon bewusst, dass mich “Gutmenschen” deswegen als “Nazi” bezeichnen. Aber dafür bin ich nicht naiv …

  3. Ich bezweifle, dass für einen überzeugenden Ethikunterricht genügend Personal zu finden ist, das im Stande ist überzeugend zu wirken. Ein Kulturkreis, der keine Aufklärung hinter sich hat, bringt auch sicher nur wenige Menschen hervor, die für einen Ethikunterricht, wie er angedacht ist, empfänglich sind, schon garnicht, wenn die jungen Menschen bereits geprägt sind. Da hilft uns leider nur die Einstellung: helfen, zurückschicken, jedenfalls so wenige wie möglich behalten. Unsere Gutmenschen, die alle, die zu uns kommen, umarmen, entdecken damit ihr Herz leider auch für potentielle Täter, aber nicht für potentielle Opfer.

  4. “Die Sinnlosigkeit eines Ethik-Unterrichts” – wäre wohl eine realistischere Überschrift und ein anderer Kommentar logischer. So bleibt “die Unverzichtbarkeit” ein Wunschdenken des von mir sehr geschätzten Peter Michael Lingens.

    Ich begründe das wie folgt:
    Gott und Götter gibt es und gab es immer. Ja. Aber sie wurden allesamt von (uns) Menschen geschaffen, erfunden und zwar aus folgenden Gründen …
    So oder so ähnlich müsste wohl der Einstieg für einen ehrlichen Ethik-Unterricht lauten.
    Glaubt irgendwer bei uns – von den USA möchte ich gar nicht reden -, dass so ein Satz in Lehrplänen erlaubt wäre?

    Religionen werden halt überall anders “gelebt” – verbunden mit den unterschiedlichsten “Umgangsformen”. Es liegt an uns, was wir “bei uns” haben wollen. Nur “Umerziehung” wird nicht erfolgreich sein. Man stelle sich vor, man nimmt “uns” das Christkind und den Osterhasen weg …

  5. Kurz der Strahlemann
    Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Und seit seiner KURZen Wahl in Linz, sie dauerte knapp 2 Stunden, stand er zwar viel im Licht, aber er schlug auch tiefe Schatten. In der ARD bei Maischberger kam es gestern öfters zu harten und auch peinlichen Fragen. Immer wieder flüchtet er daraus, indem er einen Zusatz dazu formulierte. Nie will er sich festlegen. Frage: Trump oder Putin? Antwort: ich kenne Putin, beide sind anerkannte Staatsmänner. Meine Klofrau hat auch so viel polit. Wissen, allerdings aus der KRONE. Bisher hieß es immer, er hätte sein Unistudium gar nicht angetreten, gestern sagte er in der ARD, er habe es abgebrochen? Ständig in der 3. Person herumlavieren, Wir, Wir..Wir.: Peinliche Fragen zur FPÖ lässt er im wahrsten Sinn des Wortes rechts außen. Er ist noch glitschiger als sein Lehrmeister Schüssel. Wenn er so weitermacht, werden ihm Strache und Kickl schon zeigen, wo es langgeht. Dann kann er womöglich „vom rechten Weg“ nicht mehr abkommen!

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