Geld stinkt nicht

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Wie Eva Glawischnig erheblichen Einfluss auf Kärntens künftige Landesregierung nimmt.

Politiker lernt man am besten kennen, wenn man sich ansieht, was sie nach ihrer politischen Karriere unternommen haben: Hannes Androsch, der schon als Politiker besonders viel für´s Geld-Verdienen übrig hatte, ist nach seinem Ausscheiden aus der Politik zum wahrscheinlich erfolgreichsten Unternehmer des Landes geworden – man kann ihm nicht vorwerfen, dass er sich geändert und seine Jugendgesinnung verraten hätte.

Alfred Gusenbauer, der als Juso noch gegen kapitalistische Ausbeutung und natürlich gegen jede Form der Unterdrückung gewettert hat, ist gegen Millionengagen zum Lobbyisten für durchwegs unterdrückerische Regime geworden, die ausbeuten, ohne der Bevölkerung wenigstens die Segnungen des Kapitalismus zu vermitteln. Und jetzt hat Eva Glawischnig, unter deren Obfrauenschaft die Grünen und sie selbst gegen das Glücksspiel gewettert haben, eine gewiss nicht schlecht bezahlte Stellung beim Glückspiel-Konzern „Novomatic“ angenommen. Sie will sich dort, so sagt sie allen Ernstes, „um Nachhaltigkeit“ bemühen.

Die ist absolut gegeben: In Kalksburg sind zu Dutzenden die Jugendlichen anzutreffen, die verzweifelt versuchen, ihre dem Alkoholismus vergleichbare Glückspiel-Sucht loszuwerden.

Unerwartete Unterstützung für Türkis-Blau

Glawischnigs Verhalten kostet Kärntens Grünen, aus denen sie hervorgegangen ist, nach menschlichem Ermessen die letzte marginale Chance bei den Wahlen am Sonntag doch noch die 5 Prozent-Hürde zu überspringen und wieder in den Landtag einzuziehen.

Das wieder verhindert die Möglichkeit der Neuauflage der recht erfolgreichen rot-schwarz-grünen Koalition unter SP-Landeshauptmann Peter Kaiser und erleichtert erheblich, dass die ÖVP gemeinsam mit der FPÖ eine Landesregierung unter freiheitlicher Führung bildet.

Bitte lesen Sie “Glawischnig 2” gleich hier weiter.

 

6 Kommentare

  1. Geld nicht ,aber….
    Wie erbärmlich diese “Vorstellung” der “Ex” Grünen” Chefin !
    Geht es noch tiefer?
    Ja ,es geht !”Danke” Frau Glawischnig !

  2. Kann durchaus sein, dass es so kommt. Obwohl es hochgradig ungerecht wäre: Rolf Holub und die Kärntner Grünen haben rein gar nichts mit Eva Glawischnigs Karriereschritt zu tun – es gibt überhaupt keinen Grund, sie dafür büßen zu lassen.
    Nicht einmal die “Bundesgrünen” können etwas dafür, dass Glawischnig bei Novomatic anheuert. Auch sie dafür verantwortlich zu machen und mit Stimmentzug zu bestrafen, wäre falsch.
    Es ist zu hoffen, dass wenigstens Grünwähler noch differenzieren können.

  3. Lassen wir die Kirche im Dorf. Die Grünen sind längste Zeit ein zerstrittener Haufen von Individualisten, wo einige wenige, der Mehrheit ihre Meinung aufdrängen wollen. Eigentlich herrscht bei den Grünen seit längster Zeit, ein aufgeklärter Absolutismus. Der zwar den Außenstehenden die Grünen sympathischer macht als die rechten Recken um Strache und seine Teutonen, aber innerparteilich sich dadurch unterscheidet, dass die echten Rechten bei der FPÖ geblieben sind und die Partei – leider – nicht zerstört haben.
    Einem Pilz, jetzt auch Frau Glawischnig, dürfte die eigene Partei völlig egal sein, wenn diese nicht mehr die eigenen Partikularinteressen abdecken kann.
    Da Frau Glawischnig seid gestern zu den politischen Untoten zählt, wird sie auch der Firma Novomatic nicht den gewünschten Erfolg bringen und bald in völlige Vergessenheit geraten. Denn die Türen, die sie öffnen sollte, werden ihr aufgrund der Aussagen ihrer ehemalige Kolleginnen und Kollegen und der derzeitigen “moralischen” Aufgeregtheit der Medien, verschlossen bleiben.

  4. Man muss Frau Glawischnig zugute halten, dass sie umgehend von den Grünen ausgetreten ist.
    Ich habe nicht nur aus gegebenem Anlass – sondern schon seit einiger Zeit – meine sozialdemokratischen Freunde angesprochen, wann der Gusi endlich geht / gehen muss. Die sind bis zur Stunde ziemlich schmähstad.

    Von Evas Schulkollegen Herbert (Kickl) ist zumindest nicht zu erwarten, dass er nach seinem politischen Ausscheiden einmal zur Caritas wechselt.

    Der politische Rechtsruck – nicht nur in Österreich – hat viele Ursachen …

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