Es wird immer schwerer, den Casinoskandal anzuklagen

Meine Verdacht, dass der Kasinoskandal ohne strafrechtliche Konsequenz bleiben könnte, verdichtet sich:

Die CASAG ist zu dem Schluss gekommen, dass ihre Aufsichtsratsvorsitzenden Walter Rothensteiner und Josef Pröll ihre Sorgepflicht nicht verletzt haben, indem sie Peter Sidlo zum Finanzvorstand bestellten, ohne den Aufsichtsrat mit dem negativen Zehnder-Gutachten zu befassen – sie hätten “im Rahmen ihres Ermessensspielraums” gehandelt.

Sidlo wurde nicht entlassen, weil er zu Unrecht bestellt wurde, sondern weil er sich in der Tätigkeit nach seine Bestellung angeblich etwas zu schulden kommen ließ. Damit nimmt die Casag den Standpunkt ein, dass ihr die Bestellung als solche auch nicht zum Schaden gereicht hat – und ohne Schaden keine Untreue Rothensteiners oder Prölls.

Damit wackelt aber auch ein Amtsmissbrauch Hartwig Löger´s noch viel heftiger als bisher. Denn noch viel weniger als Rothensteiner wird man ihm – ohne neue Indizien- “bösen Vorsatz” vorwerfen können, hat er das negative Zehnder- Gutachten doch im Gegensatz zu Rothensteiner, nicht einmal gekannt.

Sidlos Bestellung ist ein türkis-blaues Sittenbild – anklagereif ist sie in meinen Augen noch lange nicht.

6 Kommentare

  1. Das österreichische System hat also im Falle der CASAG wieder einmal hervorragend funktioniert! Alle, die als mögliche Täter in Erscheinung getreten sind (Aufsichtsräte, Minister, Parteigranden, Manager, etc.), wurden von jeglichem Fehlverhalten freigesprochen. Das einzige Opfer ist der, von dem man in dieser Affaire weder vor noch nach seiner Bestellung als Vorstand etwas gehört hat. Vielleicht ist auch das der ‚wichtige Grund‘, weshalb man ihn entlassen mußte. Ein Vorstand, von dem man nichts hört, kann nicht geeignet sein. Wäre interessant zu wissen, wie man diesen Mann jetzt ‚abspeist‘, damit er gute Miene zum bösen Spiel macht.

  2. Welches Sittenbild war dann die Bestellung von SPÖ Dietmar Hoscher in den Vorstand? Die SPÖ hat genug Dreck am Stecken und sollte aus dem
    Glashaus nicht mit Steinen werfen!

  3. Korrupte CASINO AUSTRIA Mafia-Spielchen
    Was bisher in den Medien verlautbart wurde, bringt die vergangene Regierung Kurz und einige ihrer Mitglieder und auch ehemalige ÖVP und FPÖ Politiker in die Nähe von Mafia-Praktiken. Das fatale daran ist, dass sich diese Typen am Volksvermögen Österreichs vergreifen und ungeniert damit Postenschacher betreiben. Vor 40 Jahren war die Casino Austria noch mehrheitlich im Besitz des Staates und guter Steuerbringer. Die vergangenen Finanzminister haben dann in ihrer ständigen Geldnot Anteile davon verscherbelt und heute sind es nur mehr an die 32%. Käufer waren u.a. dubiose tschechische Neureiche und der Automatenkonzern Novomatic. Und jetzt ging der vom Personalberater als unbrauchbar bezeichnete FPÖ Neovorstand Sidlo auch noch auf hochbezahlten Urlaub, Gottseidank hat man diesen sauberen “FPÖ Platzhalter” endlich auch verabschiedet. Österreich im Politiksumpf!

  4. “Gratulation” an die heimische Medienmeute!
    Es ist genau das geschehen, was zu erwarten war:
    Die tschechischen Aktionäre übernehmen die Mehrheit der Casinos Austria, ein weiteres österreichisches Traditionsunternehmen ist an das Ausland verscherbelt worden.
    Aber da macht ja alles nichts, Hauptsache:
    Es wird dort (voraussichtlich) keine FPÖ-nahen Vorstandsmitglieder mehr geben….

    (Ironie off)

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