Volkswirtschaftliche Ahnungslosigkeit rächt sich

Leider kann ich mich im Epizentrum einer weltweiten Krise nicht darüber freuen, in meinen jahrelangen Kommentaren und meinem nirgends rezensierten Buch “Die Zerstörung der EU” rundum Recht behalten zu haben.

Sparen des Staates, wie Angela Merkel und Olav Scholz oder Sebastian Kurz und Gernot Blüml es predigen und der “Sparpakt” es erzwungen hat, hat die Gesundheitssysteme fast aller EU- Staaten in dem Ausmaß geschwächt, das uns die Corona-Krise jetzt vorführt. Diese Schwächung der Gesundheits- und Sozialsysteme überträgt sich jetzt direkt proportional auf die Wirtschaft.

Und die “Lohnzurückhaltung”, die wir mit erfunden haben und die Deutschland allen EU- Mitglieder aufgezwungen hat, führt dazu, dass wir den Rückgang der Exporte in die USA und nach China doppelt schmerzlich spüren werden, weil unsere Kaufkraft massiv zurückgehalten wurde. Gemeinsam mit “Exportkaiser” Deutschland wird Österreich in diesem Zusammenhang überproportional leiden.

 

12 Kommentare

  1. Werter Lingens !
    Die Tatsache, dass die Lombardei oder auch ganz Italien, nicht mit einer einzigen Aktion der EU bis heute hat rechnen können, zeigt, wie schwach diese Bananenbiegerinstitution ist.
    Die italienischen Ärzte sind am Rande der Erschöpfung und die EU sieht tatenlos zu, so als
    wollte man sagen: seids selber schuld am Import von Zigtausend Illegalchinesen.
    Von der Institution kannst auch in Zukunft nichts erwarten als die Bräunung von Pommes Frittes
    festzuschreiben. Ein unsinniger handlungsunfähiger sauteurer Beamtenmoloch !!!

    1. Wenn Sie das zu Recht so stört, dann engagieren Sie sich doch, dass die europäischen Länder besser miteinander kooperieren! (Das kann man – jeder noch so kleine Beitrag zählt.) Die Mitarbeiter in Brüssel sind da am wenigsten schuld.

      Auch mich hat es immer schon gestört, dass Europa (= alle anderen Länder) Italien mit gewaltigen Flüchtlingsproblemen alleine ließ. Johannes Hahn hat darauf hingewiesen. In der Krone bunt (Sonntagsbeilage, ca. 2015) gab es ein doppelseitiges Farbfoto von Menschen, die auf einer Brücke in Richtung Frankreich wanderten, einer hinter dem anderen.

      1. Sehr geehrter Herr Schwarz, da wollen hunderte Millionen “vom Süden” nach Europa “wandern” – und wenn man sie lässt, werden sie auch kommen.
        Zur Erinnerung: 1950 hatte Afrika 230 Mio. Einwohner, 2050 – von der UNO geschätzt – werden es 2,5 Milliarden sein. Und da glauben immer noch manche, dass “Verteilung” die Lösung ist. Dass Grenzen dicht gemacht werden können, ist ja in diesen Tagen bewiesen …

  2. tja, so gehts dem einsamen rufer in der wüste. ich gebe ihnen vollkommen recht und hoffe, dass es durch diese krise zu einer neukalibrierung des verhältnisses staat-wirtschaft kommt und die von ihnen angesprochenen entscheidungsträger endlich einsehen, dass das konstrukt freier markt nicht alles regeln kann. der staat ist bei einigen aufgaben für die gesellschaft unverzichtbar und braucht entsprechende einnahmen. vollkommen freie, unregulierte marktwirtschaft bedeutet zu ende gedacht: das gesetz des dschungels – skrupel- und mitleidsloses fressen und gefressen werden.

  3. Ich widerspreche dem Herrn Lingens energisch und halte seine Argumentation für völlig unlogisch.

    Zum ersten wurden die Gesundheitssysteme in Ländern wie Österreich, die Niederlande und Deutschland am wenigsten heruntergefahren und es sind genau diese Länder die jetzt die größte Liquidität haben um die Krise aufzufangen.

    Länder mit hohen Schulden und einem jahrzehntelangen “deficit spending” wie Italien, Griechenland, Frankreich werden sich sehr viel schwerer tun die Folgen des wirtschaftlichen Stillstandes auszugleichen.

    Wir werden feststellen das es genau jene Länder sind deren Politik hier immer kritisiert wurde die die Krise am besten bewältigen werden – reden wir Ende des Jahres darüber!

  4. Die Menschen in Europa werden Corona weitgehend unbeschadet überstehen, obwohl jeder Tote zu betrauern ist, wobei die allermeisten aber auch ohne Corona relativ bald gestorben wären.

    Für die Wirtschaft und die EU schaut es anders aus. Ob die EU – in der derzeitigen “Form” – überleben wird, wage ich zu bezweifeln. Wetten würde ich keinesfalls darauf, weil die Strukturen schlecht und wenig durchdacht sind und die meisten handelnden Personen katastrophal sind. Hat Merkel die EU 2015 schon gewaltig beschädigt, kommt jetzt noch eine gigantische Wirtschaftskrise dazu, und man traut sich gar nicht an die Auswirkungen denken …

    1. Ja, Deutschland oder Österreich werden auch in dieser Krise etwas besser dastehen, als
      die Länder des “Südens” und gar Italien, weil sie dem Süden auf Grund ihrer
      “Lohnzurückhaltung” Marktanteile weggenommen und extreme Arbeitslosigkeit
      beschert haben. Italien war zwar dank Mafia und Berlusconi immer verschuldet – aber
      explodiert sind seine Schulden erste mit “Austerity”. Spanien war noch 2007 mit einer
      Schuldenquote von 34 Prozent das am wenigsten verschuldete alte Industrieland der EU
      (seine Schuldenquote lag weit unter der Deutschlands) – und leidet jetzt kaum minder
      als Italien.

  5. Dieser EU “Verein” darf “abdanken”!
    Und:Jetzt betteln viele ,dass die Pflege “durchhalten” soll!Als die Pflege “bettelte”,hat kaum einer hingehört”!Von der “Deckelung” der Gesundheitsausgaben ,seitens der EU “Granden” ,kaum zu reden,”schreiben!SIE schafften das!

  6. Um die vielen finanzschwachen Länder zu entschulden, wird man sie in ihre Währungen zurückkehren lassen müssen. Deutschland und Österreich und noch ein paar wenige wohlhabende Staaten werden das nicht ausgleichen können.

    38 Milliardendeal…..
    Höhere Kosten für die EU….
    und Finanzausgleiche , wie in Griechenland zu dealen…
    DES WIRD SIE HOLT NET GANZ AUSGEHEN…..
    bei sinkenden Steuereinnahmen…
    weniger Fremdenverkehr…
    mehr Arbeitslose…
    mehr EPU s und KMU s im Konkurs….

    Bin neugierig auf die Antworten der Volkswirtschaftler und Finanzexperten ??

  7. Österreich kann diese 38 Milliarden zu lächerlich niedrigen Zinsen auf zwanzig Jahre und selbst länger ausborgen, denn erstens ist das Zinsniveau allgemein niedrig wie nie und zweiten zählt es unter lauter Ländern, denen es demnächst nicht allzu gut gehen wird, nach wie vor zu den mit der höchsten Bonität. Die Rückzahlung wird also kein Problem sein. Entscheidend wird sein, ob die gewaltigen Geldspritzen, die die EZB derzeit ermöglicht, die Wirtschaft der EU tatsächlich in absehbarer Zeit über die Corona-Krise hinwegbringt. Wenn die Wirtschaft der gesamten EU zusammenbricht hat Österreich tatsächlich ein gröberes Problem -aber selbst dann wird es ein Kranker unter zahllosen Schwerkranken sein.

    1. Richtig. Deutschland ist gemessen an den (bis zehn Jahre Laufzeit negativen) Bundesfinanzzinsen an erster Stelle. Finnland, die Niederlande und Österreich folgen mit einem geringen Abstand. Manchmal glaube sogar ich, dass es einen lieben Gott gibt. Dass wir wirtschaftlich, bei einer so katastrophalen Regierung so gut dastehen, kann nur ein Geschenk Gottes sein.

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