So profitiert der Iran von Trumps Krieg

Am Ende der Friedensverhandlungen in der Schweiz wird der Iran besser denn je dastehen. Verlustreicher als Donald Trump konnte man nicht kämpfen.

Obwohl die Friedensverhandlungen in der Schweiz eben erst begonnen haben, lässt sich mit Sicherheit vorhersagen, dass der Iran an ihrem Ende deutlich besser als vor Donald Trumps Krieg dastehen wird, den als weiteren „grandiosen Sieg“ zu feiern dem US-Präsidenten nur bei seinen blödesten Anhängern gelingen wird. Dass er selbst beim Treffen der G7 an die Gratulation der versammelten Staatschefs geglaubt hat, sagt alles über seinen Geisteszustand.

Begonnen hat Trump diesen Krieg bekanntlich mit dem Versprechen, dass der Bevölkerung des Iran „die Freiheit naht“- erreicht hat er, dass gestärkte Revolutionsgarden unter einem neuen obersten Mullah jeden Widerstand wie bisher im Keim ersticken.  Die Straße von Hormus, die vor dem Krieg offen war, wird vielleicht für 60 Tage wieder offen sein, danach wird der Iran mit Sicherheit Gebühren einheben. Das Uran, das anzureichern ihm viel schwerer gefallen wäre, wenn Trump das unter Barack Obama in Wien geschlossene Abkommen nicht als „katastrophal“ gekündigt hätte, darf im Iran verbleiben, soll dort aber unter Aufsicht der Wiener Atom-Behörde wieder in einen nicht atomwaffenfähigen Zustand zurückgeführt werden. Wie schon unter Obama wird der Iran sich verpflichten, keine Atomwaffenfähiges Uran herzustellen, und das wird so glaubwürdig und wahrscheinlich wie bisher sein. Vor allem aber wir der Iran die Sanktionen der Vereinten Nationen los sein, die es ihm bisher massiv erschwert haben, sein Öl und Gas zu exportieren und die das entscheidende Druckmittel gegen ihn gewesen sind. Und die Revolutionsgarden werden in Geld schwimmen, denn die bisher im Westen eingefrorenen iranischen Milliardenguthaben werden freigegeben und darüber hinaus hat Donald Trump unterschrieben, dass das Regime 300 Milliarden Dollar zum Zweck seines Wiederaufbaus erhält, die zu zahlen er offenbar die Golfstaaten zwingen will.

In Summe: Der Iran wird in wenigen Jahren wieder stark genug sein, seine „Proxis“ rund um Israel, von der Hisbollah über die Hamas bis zu den Huthis zu unterstützen. Trump wir das den neunten von ihm erzielten Frieden nennen. Aber es wird ihn hoffentlich doch die Midterm-Wahlen gekostet haben.

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