Das Volk entscheidet selten, wer es regiert

Die entscheidende Frage, wer mit wem koalieren will, wird selten vor der Wahl gestellt und so gut wie nie beantwortet. Auch nicht beim jüngsten „Runden Tisch“ Claudia Reiterers. Auch „Österreichs wirklich große Probleme“ die die neue Regierung besser als die alte lösen soll, blieben unbekannt.

Eigentlich hätte der „Runde Tisch“ zwischen Herbert Kickl (FPÖ), Jörg Leichtfried (SPÖ), Ulrike Lunacek (Grüne) und Harald Mahrer (ÖVP) die Frage klären sollen, ob „neue Köpfe eine neue Politik“ bedeuten. Soweit konnte die Diskussion angesichts dieser Zusammensetzung zu keinem Zeitpunkt gelangen. Dennoch ergab sich rasch ein aufschlussreicher Moment: Wirtschaftsminister Mahrer und Infrastrukturminister Leichtfried, die einander offenkundig schätzen, berichteten höchst glaubwürdig über eine Reihe sinnvoller Maßnahmen, die sie erfolgreich gemeinsam beschlossen haben. Danach war Mahrer freilich gezwungen, zu erklären, warum seine Partei die Koalition dennoch unbedingt aufkündigen musste.

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Kurz und bündig

Die Gründe dafür, dass die „Liste Kurz – die neue ÖVP“ am 15. Oktober die besten Karten hat.

Dies ist mein letzter profil-Kommentar. Ich nutze ihn zu einer Prognose: Sebastian Kurz wird die Wahlen im Oktober vor Christian Kern als Zweitem gewinnen.
Gemäß den Umfragedaten, die profil erst im April erheben ließ („Der Kanzler und der Anwärter“), hat er bei der Bevölkerung – ob zu Recht oder Unrecht sei dahingestellt – das klar bessere Image: Man hält ihn für stärker „vertrauenswürdig“, vermutet bei ihm „Verständnis für die Sorgen der Menschen“, traut ihm eher zu, „die richtigen Lösungsvorschläge“ zu kennen und „für das Land etwas weiterzubringen“.

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Es grünt nicht grün

Eva Glawischnig verlässt die Grünen im ungünstigsten Augenblick. Sie laufen Gefahr, Wähler an Christian Kerns SPÖ zu verlieren. Sie haben versäumt, mehr als Ökologie und „Multikulti“ anzubieten.

Wie die NEOS laufen sie Gefahr, im kommenden Dreikampf Kurz-Kern-Strache ausgedünnt zu werden: Viele ihrer linken Sympathisanten dürften sich veranlasst sehen, diesmal sozialdemokratisch zu wählen, weil Strache fast nur zu verhindern ist, wenn die SPÖ Nr. 1 wird. (Ich glaube nicht, dass sie sich, wie die grünen Landesparteiobfrauen hoffen, davon abhalten lassen, weil die SPÖ in der Flüchtlingspolitik nach rechts gerückt ist.) Gleichzeitig könnten etliche bürgerliche Grünwähler in Kurz` „neuer ÖVP“ doch eine interessante Alternative sehen, falls er ein grünes Signal setzt – und ich halte ihn für professionell genug, das sehr bald zu tun.

Zu diesem großen aktuellen Problem kommt ein grundsätzliches: Die Grünen haben es versäumt, zu einer Volkspartei zu werden, die in allen Bereichen, insbesondere auch in der Wirtschaft, Lösungen anbietet. Die anderen Parteien besitzen solche Lösungen zwar auch nicht, aber sie behaupten es zumindest und die Bevölkerung hat eine Ahnung von ihren Wirtschaftsprogrammen, während niemandem das Wirtschaftsprogramm der Grünen geläufig ist.

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Nestroy zwischen Linz und Niedersachsen

Nach den grauenvollen Nestroy-Inszenierungen der Ära Hartmann begeistert sich Ronald Pohl im „Standard“, (wie „Die Presse“, der „Kurier“ und die „Kleine Zeitung“) für Georg Schmiedleitners Inszenierung von Nestroys „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ am Burgtheater. Renate Wagner widmet ihr im „Merker“ einen Totalverriss. Mir scheint die Wahrheit irgendwo dazwischen, aber näher bei Wagner zu liegen. 

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Die Jungfrau von Orleans

Mit Emmanuel Macron erhält Frankreich den zweifellos brillantesten Staatschef der Welt – was nicht heißt, dass er das größte Problem des Landes lösen kann.

„Macron wird die Arbeitslosigkeit in Frankreich nur fühlbar verringern können, wenn er Deutschlands Merkantilismus zu überwinden vermag.“

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Trumps Salti rückwärts

der ersten hundert Tage des Präsidenten verliefen denkbar zahm oder der "beste Präsident aller Zeiten" erreichte schon in den ersten 100 Tagen einen Rückgang des US Wirtschaftswachstums. "Wenn der Steuersenkungs-Wettlauf in Gang kommt, ist Trump vielleicht doch noch eine Wahnsinnstat gelungen"

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