Auch Sparen bei Kultur kostet Zukunft

Die freie Theaterszene leidet beträchtlich unter dem EU-Defizitverfahren. Nur Kultur kann KI-bedingte Arbeitslosigkeit linderen.

Es gibt einen Bereich, in dem ich Österreich als bespielhaft erachte: in keinem andren Land der Welt hat man so sehr begriffen, dass „Kultur“ ein Gut ist, welches der Staat wie, „Schulbildung“, „Gesundheitsvorsorge“ oder „Sicherheit“, bereitzustellen hat, um Demokratie und Gemeinsinn abzusichern. Wenn „Künstliche Intelligenz“ in den kommenden Jahren Millionen Menschen „Arbeit“ als einen wesentlichen Sinn des Lebens nehmen wird, wird man erkennen, welch enormer Vorteil es ist, wenn ihnen die Beschäftigung mit Kultur verbleibt. Und nur Kultur wird die Tech-Konzerne hoffentlich überzeugen, dass sie den enormen Fortschritt an Produktivität den KI und Robotik herbeiführen dazu nutzen muss, allen Menschen menschenwürdige Einkommen zu bescheren. Die belarussische Bürgerrechtlerin und Musikerin Maria Kelsenikawa ist bei ihrer eindrucksvollen Rede zur Eröffnung er Salzburger Festspiele nicht umsonst darauf zu sprechen gekommen. weiterlesen...

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Betäuben und Vergewaltigen als Genuss

Nicht nur, dass der Mandatar Patrick Frei seine Frau, seine Partnerin und deren Tochter betäubte, vergewaltigte und filmte, ist gespenstisch – auch wie die Schweiz damit umgeht.

Im ersten Moment habe ich den Fall Pelicot für einen abartigen Einzelfall gehalten, aber allein der Umstand, dass über fünfzig Männer das Angebot Dominique Pelicots, seine Frau Gisele in bewusstlosem Zustand zu vergewaltigen, angenommen haben, hätte mich bezüglich der Verbreitung dieser Perversion skeptisch stimmen sollen. Mittlerweile haben deutsche Journalistinnen herausgefunden, dass es im Netz eine Community von über siebzigtausend Mitgliedern gibt, die sich darüber austauschen, wie man Frauen sediert und ihre Vergewaltigung in bewusstlosem Zustand filmt. (Ein entsprechendes Verbrechen in Niederösterreich wurde den Behörden auf diesem Weg bekannt.) weiterlesen...

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Was hält die Kickl -FPÖ noch auf?

Die EU und Deutschland tun weiterhin alles, die Chancen rechtsextremer Parteien zu erhöhen. Auch Frankreichs Wahlrecht dürfte keine Barriere mehr sein.

„FPÖ nähert sich 40 Prozent- ÖVP und SPÖ weiter im Sinkflug“, titelte der Standard, anlässlich der Publikation der jüngsten Umfrage des Market-Instituts, in der die Freiheitlichen mit 38 Prozent den bisher höchsten Zuspruch erfahren, während die ÖVP nur mehr bei 18, die SPÖ nur mehr bei 17 Prozent liegt.

Regierungsparteien, die Menschen, die oft seit Jahren Reallohnverluste erlitten haben, „Sparen“ abverlangen, um das Budgetdefizit zu verringern, müssen ständig an Zustimmung verlieren. Dass sie mit „Ausländern“, seien es Zuwanderer oder Flüchtlinge, Jobs, Platz in Gemeindewohnungen, in Wartezimmern von Kassenärzten oder Ambulatorien, mit ihren Kindern Platz in Kindergärten, in Schulen und Lehrplätze teile müssen, erscheint ihnen als Gipfel der Ungerechtigkeit und fälschlich als Ursache ihrer Misere. Regierungsparteien, die das in ihren Augen verantworten, müssen sich im Sinkflug befinden. weiterlesen...

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Die vielen Gefahren sinkender Reallöhne

Es gibt kaum große Probleme der EU, für die Deutschlands Lohnzurückhaltung keine wesentliche Rolle gespielt hat: Vom Verschlafen des E-Autos bis zum Boom rechtsextremer Parteien.

Dass meine Kommentare nicht mehr in der gedruckten Ausgabe erscheinen, hat neben allgemeinen Blattpolitischen Überlegungen auch zur Ursache, dass Florian Klenk „nicht jede Woche eine Kolumne über `deutsche Lohnzurückhaltung` an prominentester Stelle im Falter lesen möchte“. Ich verstehe das, denn jetzt kann jeder, der will, meinen Blog abonnieren und ich nehme weder Barbara Toth noch Eva Maria Konzett prominenten Platz weg. Ich will nur auch meine Beharrlichkeit verständlich machen: Es gibt, so behaupte ich, fast kein großes europäisches Problem, für das „Deutschlands Lohnzurückhaltung“ keine wesentliche Rolle spielt.

Vorige Woche konnte ich hoffentlich zeigen, dass sie nicht nur in meinen Augen, sondern auch laut „Künstlicher Intelligenz“(KI) eine entscheidende Rolle dabei spielte, dass Deutschlands Auto-Konzerne die E-Mobilität verschliefen: Sie fuhren dank Lohnzurückhaltung bis 2025 so hohe Gewinne ein, dass Ex-VW-Boss Matthias Müller Tesla „irrelevant“ nennen konnte. weiterlesen...

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In eigener Sache

Liebe Leserin, lieber Leser,

Mein Buch Zeitzeuge eines Jahrhunderts ist weit mehr als eine klassische Autobiografie.

Auf rund 575 Seiten verbindet sich meine Familiengeschichte mit der Geschichte Österreichs und Europas vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Eine Familiengeschichte zwischen Adolf Hitler, Bruno Kreisky, Donald Trump und Wladimir Putin – beschreibt den Anspruch des Buches.

Als Zeitzeuge und mittlerweile im 87 Lebensjahr war meine Familiengeschichte aufs Engste mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verzahnt. Es ist ein Playdoyer gegen den Neoliberalismus von dem ich fürchte, dass seine Auswirkungen die EU sprengen und einen neuen Faschismus herbeiführen könnte. weiterlesen...

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Wieso verschlief Deutschland das E-Auto?

Wenn man dank niedriger Löhne sowieso durch rund 15 Jahre immer höhere Gewinne einfährt, ist man nicht zu Innovationen, etwa zu neuen Geschäftsmodellen, gezwungen.

In gewisser Hinsicht war die mit Spannung erwartete Sitzung des VW- Aufsichtsrates am Donnerstag der Vorwoche charakteristisch für die die Krise der deutschen Automobilindustrie: Alles blieb unklar. Weder wurde beschlossen, wie kolportiert, weltweit 100.000 Stellen abzubauen noch vier Werke zu schließen. Bei Mercedes meint man ein Rezept zu haben: Die Angestellten sollen zum gleichen Gehalt 40 statt 35 Stunden arbeiten, obwohl es schwerlich genug Arbeit für die größere Stundenzahl gibt, denn E-Autos haben viel weniger Bestandteile, und gegen eine Lohnsenkung läuft nicht nur die die Gewerkschaft Sturm, sondern auch Donald Trump nähme sie zum Anlass noch höherer Zölle. An Drohkulissen hat die Geschäftsführung freilich dennoch keinen Mangel: Eine Prognose des deutschen Branchenverbandes VDA schätzt (meines Erachtens sehr vorsichtig), dass in Deutschland zusammen mit der Autoindustrie bis zum Jahr 2035 insgesamt bis zu 225.000 Arbeitsplätze verloren gehen, wenn man alle indirekten Verflechtungen, wie Zulieferer, Rohstoffe, chemische Vorprodukte und nachgelagerte Dienstleistungen (Handel, Werkstätten) mit einbezieht. 100.000 sind bereits verloren, 125.000 kämen bis 2035 hinzu. weiterlesen...

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Markus Marterbauers subtiler Balanceakt

Auch Marterbauers zweites Doppelbudget versucht, das Finanzmarkt-Risiko zu minimieren und das Wirtschaftswachstum trotz Brüssels Sparzwang möglichst wenig zu beschädigen.

 Dass Markus Marterbauer Österreichs beliebtester Minister ist, obwohl er Einsparungen verkünden muss, sagt zwar nicht, dass die Bevölkerung besonders viel von Volkswirtschaft versteht, wohl aber, dass sie einen guten Instinkt hat. Marterbauer scheint Unmögliches zu gelingen: Österreich mit minimalem Schaden für sein Wirtschaftswachstum durch Brüssels Defizitverfahren zu manövrieren. Große Würfe bleiben ihm zwar versagt – die ÖVP als Partner und der Föderalismus als Verfassung schließen sie aus. Auch diesmal gelang es nicht, dem Bund die alleinige Kompetenz für Spitäler zu übertragen und die Finanzierung aus einer Hand sicherzustellen, aber mehr auch fachärztliche Gemeinschaftspraxen sind ein Fortschritt und dürften Geld sparen. weiterlesen...

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Die KI-bedingte Revolution

Künstliche Intelligenz benennt die Fehler der europäischen Wirtschaft denkbar präzise und wird die Wirtschaft der ganzen Welt von Grund auf verändern.

Ich habe meine vorigen KI-Kommentare dem von mir besonders geschätzten deutschen Ökonomen Heiner Flassbeck (1998/99 stellvertretender Finanzminister) geschickt. Ihn hat am meisten beeindruckt, um wieviel besser als deutsche Ökonomen „Künstliche Intelligenz“ Europas Wirtschaft analysiert. Weil KI eben nicht nur auf deutschen, sondern auf weltweiten, voran angelsächsischen und japanischen ökonomischen Informationen beruht. (Wichtige Studien werden in allen Ländern englisch abgefasst.) weiterlesen...

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Der Vorteil „künstlicher Intelligenz“

Indem sie nicht von deutschen Ökonomen dominiert wird und Behauptungen überprüfen kann, stellt KI klar, warum Sparen des Staates aktuell so verfehlt ist,

Ich habe eigentlich nicht gedacht, dass künstliche Intelligenz (KI) auch meinen Beruf überflüssig machen könnte, aber ich bin dessen nicht mehr sicher: Seit mehr als zwanzig Jahren versuche ich, Leser, Kollegen und Politiker zu überzeugen, dass Sparen des Staates in der aktuellen Situation eine widersinnige, gemeingefährliche Strategie ist und habe dabei kaum Erfolg. Finanzminister Markus Marterbauer hat soeben Österreichs Spar-Doppelbudget präsentiert und der Ökonom und Präsident des Fiskalrates, Christoph Badelt moniert, dass es nicht ambitioniert genug ist, um dem meines Erachtens verrückten EU-Defizitverfahren zu genügen. weiterlesen...

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KI begreift den Zustand der EU auf meine zwei Fragen

Ich habe KI befragt, wie sie die aktuelle wirtschaftliche Situation der EU einschätzt und ob die EU derzeit überhitzt boomt und die Gefahr einer hohen Inflation besteht, oder ob die Gefahr einer Rezession besteht, weil Unternehmen wenig investieren und Konsumenten wenig einkaufen?

Die mit künstlicher Intelligenz eruierte Antwort war in meinen Augen perfekt: „Die EU boomt derzeit in keiner Weise, sondern es besteht die Gefahr einer Rezession und steigenden Restinflation. Die von Ihnen (mir als Fragendem) vermutete Kettenreaktion aus Investitions- und Konsumschwäche ist genau das Kernproblem, vor dem Ökonomen und Ratingagenturen wie S&P Global derzeit warnen.“ weiterlesen...

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Der Wahnsinn der EZB-Politik

Die Europäische Zentralbank erhöht bekanntlich die Zinsen und würgt damit den Aufschwung ab. Der deutsche Top-Ökonom Heiner Flassbeck nennt das verrückt.

Ich habe in der Vorwoche begründet, warum ich es für verfehlt halte, dass die Europäische Zentralbank (EZB) trotz nach wie vor relativ teurer Energie auch das Geld verteuert, indem sie die Zinsen erhöht. Der deutsche Top-Ökonom Heiner Flassbeck drückt sich weniger zurückhaltend aus: er nennt die Entscheidung der EZB „verrückt“. Denn tatsächlich erschwert es eine Erholung der europäischen Wirtschaft erheblich, bremst es doch jede Investition, was insbesondere die Bauwirtschaft sofort spürt. weiterlesen...

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So profitiert der Iran von Trumps Krieg

Am Ende der Friedensverhandlungen in der Schweiz wird der Iran besser denn je dastehen. Verlustreicher als Donald Trump konnte man nicht kämpfen.

Obwohl die Friedensverhandlungen in der Schweiz eben erst begonnen haben, lässt sich mit Sicherheit vorhersagen, dass der Iran an ihrem Ende deutlich besser als vor Donald Trumps Krieg dastehen wird, den als weiteren „grandiosen Sieg“ zu feiern dem US-Präsidenten nur bei seinen blödesten Anhängern gelingen wird. Dass er selbst beim Treffen der G7 an die Gratulation der versammelten Staatschefs geglaubt hat, sagt alles über seinen Geisteszustand. weiterlesen...

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Der denkbare Frieden in der Ukraine

Die Rüstungsindustrie der Ukraine als Game-Changer:  Ihre Drohnen haben das Momentum des Krieges verkehrt. Putin könnte einlenken müssen, um die Krim zu behalten.

Bereits vor einem Monat sah Eric Frey im Standard ein Fenster zu einem Frieden in der Ukraine. Seit der Tagung der G7 (USA, Japan, Kanada, Groß Britannien, Deutschland, Frankreich, Italien) in Evian les Bains sehe ich es ein gutes Stück weiter geöffnet. Denn Emanuel Macron und Friedrich Merz vermochten Donald Trump zu erklären, dass er den Irankrieg nicht vielleicht ohne jeden Sinn geführt, ja in Wahrheit verloren hätte, weil Mullahs und Revolutionsgarden an der Macht geblieben sind und die Straße von Hormus, die zuvor offen war, erst wieder geöffnet werden muss, sondern dass er ein wahres Genie sei, indem er diesen Krieg siegreich beendet und auch in dieser Region ein großartiges Abkommen für einen künftigen Frieden erzielt hätte. So viel absurde Schmeichelei und eine Einladung nach Versailles ließen den narzisstischen US-Präsident bekanntlich erklären, dass die USA sich wieder voll an den zwischenzeitlich gelockerten Sanktionen gegen Putins Russland beteiligen, um auch den Frieden in der Ukraine voranzutreiben. weiterlesen...

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Berechtigte Badelt-Kritik am Budget

Den falschen Zwang zu staatlichem Sparen sollte man wenigstens nutzen, den Pensionsantritt der Lebenserwartung anzupassen und die Gesundheitsversorgung zu konzentrieren.

Professor Christoph Badelt, Präsident des österreichischen Fiskalrats, zählt unter die Ökonomen, die überzeugt sind, dass Sparen des Staates gut für die Wirtschaft ist, auch wenn ein Vergleich der USA mit der EU das Gegenteil nahelegt.

Dennoch scheinen mir zwei seiner Einwände gegen Österreichs aktuelles Doppelbudget mehr als berechtigt. So kritisiert er, dass es nicht gelungen ist, das Pensionssystem so zu reformieren, dass es der massiv gestiegenen Lebenserwartung Rechnung trägt. Dabei liegt für jeden Laien nahe, dass dann, wenn Pensionen künftig für zwanzig, dreißig Jahre, statt für zehn Jahre ausbezahlt werden müssen, entweder doch länger gearbeitet werden muss, um diese Werte zu schaffen oder dass die Pensionen eben geringer ausfallen. Theoretisch ist zwar auch möglich, die Produktivität so stark zu steigern, dass genug Geld für die Pensionen vorhanden ist, aber da eine so große Steigerung eher unwahrscheinlich ist – so sehr man sie anstreben soll – haben die meisten Volkswirtschaften ihr Pensionsantrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt. Bei uns wehrt sich vor allem die SPÖ gegen diese Koppelung, weil Pensionisten die Mehrheit ihrer Wähler stellen, aber ich glaube, dass das nicht lange haltbar ist. weiterlesen...

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Die als Sieg zu verkaufende Niederlage

Das lange erwartete Friedenabkommen der USA mit dem Iran scheint endlich fix. Donald Trump muss und wird seine Niederlage als „größten Sieg“ verkaufen.

Gerade noch rechtzeitig zu seinem achtzigsten Geburtstag, den Donald Trump wie Kaiser Nero mit Gladiatorenkämpfen, wenn auch in einem Käfig feiert, ist es endlich zu dem ewig angekündigten, immer wieder hinausgeschobenen Friedensvertrag gekommen. Er war unausweichlich, weil sowohl der Iran wie die USA unter der Sperre der Straße von Hormus gelitten haben: Der Iran hat kaum mehr etwas eingenommen – für die USA hat sich Öl verteuert und haben die entsendeten Streitkräfte täglich 900 Millionen Dollar gekostet. weiterlesen...

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