Trump scheitert ökonomisch und juristisch

Dass Donald Trump Zölle nicht dekretieren durfte, zwingt, sie betroffenen US-Firmen zu ersetzen. Dieses Geld fehlt für Steuersenkungen. Trumps Midterm-Chancen schwinden.

„Donald Trump könnte vor seiner größten Niederlage stehen – oder der Supreme Court vor dem größten Rechtsbruch der US-Geschichte“, schrieb ich hier im September vorigen Jahres, „denn das Argument, dass das 1,2 Billionen Dollar Leistungsbilanzdefizit der USA einen Notstand darstellt, der ihm erlaube mit Dekreten zu regieren, ist grotesk. Es gibt ein solches Defizit seit drei Jahrzehnten und vier Präsidenten, ohne dass selbst Trump in seiner ersten Amtszeit von einem Notstand gesprochen hätte.“ weiterlesen...

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Sind wir wirtschaftlich über den Berg?

Österreichs Wirtschaft dürfte trotz staatlichen Sparens minimal wachsen, weil weniger als geplant gespart wurde, Deutschland sehr viel mehr ausgibt und auch wir rüsten.

Finanzminister Markus Marterbauer nimmt auch für Österreich die „Ausweichklausel“ des „Stabilitäts- und Wachstumspaktes“ der EU in Anspruch, die es erlaubt, die Staatsausgaben um 1,5 Prozent des BIP zu erhöhen, ohne gegen diesen Pakt zu verstoßen, wenn diese Ausgaben die militärische Schlagkraft erhöhen.

Ich halte Marterbauers Entscheidung für zweifach richtig: Erstens, weil Österreich durchaus mehr militärische Schlagkraft braucht, auch wenn es von NATO-Staaten umgeben ist und ich nicht glaube, dass Putin demnächst weitere Vorstöße unternimmt – aber es kann zum Beispiel darum gehen, das Territorium der Restukraine nach einem „Frieden“ abzusichern und dazu sollte auch Österreich einen Beitrag leisten können. weiterlesen...

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Ukraine: der schmähliche Frieden ist nah

Trump hat es eilig: Während die Ukrainer frieren, fahren die USA ihre waffentechnische Unterstützung dramatisch zurück – die EU kann sie nicht ersetzen.

„Der Frieden war noch nie so nah“, sagt mit Oberst Markus Reisner der sachkundigste Beobachter des Ukrainekrieges – „aber es wird ein Frieden zu Lasten der Ukraine sein: Russlands Mindestanspruch wird es sein, zur Krim auch den gesamten Donbas und den Oblast Saporischschja zu erhalten.“ Auch wenn es dessen gleichnamige Hauptstadt noch längst nicht erobert hat. weiterlesen...

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Wie gerecht ist geltendes Völkerrecht?

Trumps Venezuela-Aktion war völkerrechtswidrig. Aber Maduros Nachfolgerin öffnet die Gefängnisse und US-Investitionen bringen Jobs. Braucht das Völkerrecht eine Reform?

Als Deutschlands Kanzler Friedrich Merz nach der Kommandoaktion, mit der Donald Trump Nicolás Maduro in die USA entführte, gefragte wurde, wie er sie rechtlich einordne, nannte er dieses Thema „komplex“ und fügte an: „Maduro hat sein Land ins Verderben geführt. Die letzte Wahl wurde gefälscht…“. Meine rechtliche Zuordnung ist eindeutig: Trumps Aktion verstieß zweifelsfrei gegen geltendes Völkerreicht – aber sie war ein Segen für Venezuela. So sehe das nicht nur ich, sondern so sieht es wie Friedensnobelpreisträgerin Maria Machado die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung. Gleichzeitig hat die Aktion mit 80 Toten (laut Venezuelas Behörden) einen relativ geringen Blutzoll gefordert und, anders als der US-Einsatz gegen Saddam Hussein, auch kein Chaos hinterlassen. Wie abgesprochen hat Maduros Stellvertreterin Delcy Rodriguez die Macht übernommen und mittlerweile eine umjubelte Generalamnestie angekündigt, die Machado einer Forderung der USA zuschreibt. Dass Rodriguez auch Trumps Forderung nach Lizenzen für US-Ölkonzerne nachkommt, schadet zwar der Optik, dürfte Venezuela aber dringend nötige Investitionen und vor allem Jobs bescheren. Ich halte es daher wie Merz für „komplex“, Trump wegen der Entführung Maduros eines groben Verstoßes gegen das Völkerrecht zu beschuldigen. (Viel mehr Kritik verdient meines Erachtens, dass er mögliche Drogen-Boote bombardieren ließ und dabei mindestens 120 Menschen umbrachte – es ist das ein klares Kriegsverbrechen.) weiterlesen...

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Trump war so wahrscheinlich wie Hitler

Der Erfolg des Narzissten und Psychopathen Donald Trump hat einiges mit dem Erfolg Adolf Hitlers gemein.Die wenigsten Menschen sind immun gegen Faschismus.

Weil ich die USA gut kenne, werde ich oft gefragt, wie ich mir erkläre, dass der groteske Narzisst Donald Trump trotz offen faschistoider Ambitionen wieder Präsident werden konnte. Dann erinnere ich daran, dass der psychisch ähnlich abnorme Adolf Hitler die Mehrheit der Deutschen und Österreicher hinter sich vereinte, indem er ihnen (sogarschriftlich) Faschismus versprach. Die wenigsten Menschen sind immun gegen Faschismus. weiterlesen...

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Deutschland senkt wieder Löhne – arme EU

Deutschland greift auf Rezepte Gerhard Schröders zurück: niedrigere Löhne sollen wettbewerbsfähiger machen. Doch sie kosten Wachstum: die Deutschen werden mit uns leiden.

Angesichts der anhaltenden Rezession fordert CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann für Deutschland eine Agenda 2030 im Stile des früheren SPD-Kanzlers Gerhard Schröder. SPD-Finanzminister Lars Klingbeil hat bereits auf dessen Erfolg verwiesen. Der Präsident des angesehenen Kieler Wirtschaftsforschungsinstituts, Alexander Schularik (CDU) weist den Weg: Es gelte auch ohne Lohnausgleich mehr zu arbeiten. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) weiß, wie man das erreicht: der Kündigungsschutz sei zu lockern. Kanzler Friedrich Merz begründet es wie Schröder: Deutschland müsse wettbewerbsfähiger werden. weiterlesen...

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Trump und Deutschland erzwingen Mercosur

Die Zollbarrieren der USA und die dank Deutschland geringe Kaufkraft der Europäer zwingen dazu, immer mehr Produkte in fernen Märkten abzusetzen. Zu Lasten des Klimas.

Nach 25 Jahren Verhandlungen steht das Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay, Bolivien) vor dem Abschluss, weil Europas Industrie nach der Zoll-Barriere, mit der Donald Trump ihre Exporte in die USA erschwert, neue Absatzmärkte braucht. Die qualifizierte Mehrheit im EU-Rat kam bekanntlich am 9. Jänner zustande, nachdem Italien ins Lager der zustimmenden Staaten gewechselt ist, das, von Deutschland angeführt, trotz eines starken Agrarsektors auch das bevölkerungsreiche Spanien umfasst. Die agrarisch stärksten EU-Länder Frankreich und Polen sind, bisher vergeblich, bei ihrer Ablehnung von Mercosur geblieben, auch wenn es noch die Hürde des EU-Parlament noch nicht genommen hat. weiterlesen...

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Trumps Öl-Hunger erlaubt kein Klimaziel

Die USA werden in Venezuela wieder Öl fördern. Dabei ist schon das heute weltweit geförderte und verbrannte Öl unvereinbar mit dem Pariser Klimaziel. Was verbleibt der EU?

Donald Trump droht Venezuela, Grönland, Panama, Kolumbien, Kuba und dem Iran auch militärisch. In manchen dieser Staaten, voran Kuba, Iran und Venezuela, sieht die Opposition das als Chance. Nur dass es Trump nur am Rand um die Destabilisierung von Diktaturen geht: niemand zweifelt, dass es ihm voran  um Venezuelas weltgrößte Ölreserven geht. weiterlesen...

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Das Schweizer Versagen in Crans Montana

Egal, welche Ursache der Brand in einer Bar in Crans Montana hatte – derzeit ist von einer zu großen Wunderkerze die Rede- entscheidend ist, dass die Materialien in dieser Bar in keiner Weise feuersicher, sondern im Gegenteil, wie insbesondere die Decke besonders leicht brennbar waren, so dass sich die Flammen blitzschnell ausbreiten konnten. 

Normalerweise muss schon jedes Hotelzimmer von den Materialien her brandsicher sein und in Österreich wird das nicht nur kontrolliert, sondern es gibt auf Brandschutz spezialisierte Unternehmen. Um wieviel mehr als für Hotelzimmer, muss das für eine Bar gelten, in der sich des Öfteren viele Menschen aufhalten. Es muss nicht nur entsprechende Brandschutzvorschriften geben, sondern ihre Einhaltung muss auch überprüft werden. Gibt es das eine oder das andere nicht, so ist das ein dramatisches Versagen der Regierung des Kanton Wallis, aber letztlich auch der Schweizer Bundesregierung. Jedenfalls sollten die Angehörigen der mindestens vierzig Toten entsprechende Schadenersatzprozesse führen. Die Schweiz hat es, wie Deutschland, geschafft, in allem und jedem für perfekt gehalten zu werden. Das ist sie nicht und vor allem schafft es die Gefahr, sich auszuruhen und Risiken zu verschlafen. weiterlesen...

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Die EU braucht den einigen Kapitalmarkt

Die Union braucht so viel Risikokapital wie die USA, um Unternehmen zu gründen und so viel Geld, dass sie optimal wachsen. Dazu braucht es Aktien zu ihrer Finanzierung.

 Wesentlicher Vorteil der Marktwirtschaft ist, dass die besten Unternehmen auch den größten Finanzerfolg haben. Denn es geht um einen Wettbewerb der Unternehmen, nicht der Länder, die sie beherbergen. Denn natürlich hat ein Unternehmen auch dann größten Erfolg, wenn es, wie in China, gewaltige staatliche Subventionen erhält, wie Malta oder Irland bestimmte Produkte extrem niedrig besteuern kann oder wie Deutschland, die Löhne seiner Unternehmen nicht im Ausmaß der Produktivität erhöht. weiterlesen...

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Der Grundsteuer-Stumpfsinn der ÖVP

Nur ein Land innerhalb der OECD hat niedrigere Grundsteuern als Österreich. Dafür haben viele Länder vernünftiger Weise niedrigere Lohn- und Einkommenssteuern.

In der Regierung herrscht Uneinigkeit bezüglich einer möglichen Anhebung der Grundsteuer. Sie verläuft ausnahmsweise nicht völlig entlang der Parteilinien, denn da es voran die Gemeinden sind, die mit dieser Steuer Aufgaben wie Kinderbetreuung, Pflege und Straßenerhaltung finanzieren, streben auch VP-geführten Gemeinden eine Anhebung an. Die Entscheidung hakt dennoch an VP- Bundeskanzler Christian Stocker, der seinen Widerstand damit begründet, dass auf diese Weise die Preise für Wohnungen stiegen. Diese Begründung ist, wie alles, was die ÖVP im Zusammenhang mit Vermögensteuern von sich gibt, falsch: Extrem niedrige Grundsteuern wie in Österreich erlauben es, Baugrund zu horten und erst im Augenblick seines maximalen Preises für Verbauung zu verkaufen. In den USA mit ihren hohen Grundsteuern ist das ausgeschlossen: Man muss ein Grundstück sofort verkaufen oder verbauen, was Wohnungen, außer in New York, erstaunlich preiswert macht. Es ist dies der Grund dafür, dass diese Steuer ökonomisch so sinnvoll ist: Sie zwingt dazu, dass in Grund und Boden angelegtes Vermögen nicht, wie in Österreich, ruht, sondern arbeitet. weiterlesen...

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Ein wahres deutsches Schicksal? 

Ausnahmsweise eine Empfehlung, die auch der Kurier schon gegeben hat : „Ein deutsches Leben“ im Theater in der Josefstadt ist eine großartig  gelungene Auseinandersetzung mit Problemen der „Vergangenheitsbewältigung“. 

Das Thema: Was man vom größten NS-Verbrechen  wissen konnte oder wissen musste. Abgehandelt wird das an Hand diverser Interviews der mit 103 Jahren verstorbenen Sekretärin von Joseph Göbbels, Brunhilde Pomsel, die scheinbar an der Quelle saß und behauptet, nichts gewusst zu haben. Text des Stückes ist ein Zusammenschnitt der Interviews.  Wie Lore Stefanek ihn  spricht,  ist sensationell – ich habe nie Besseres gesehen. Die Inszenierung von Andrea Breth, in der Lieder aus der Zeit und Pantomime eine unterstützende Rolle spielen, ist erwartungsgemäß hervorragend. Dass mein Enkel Noah eine winzige Rolle als einziger Bub unter den sechs ermordeten Göbbels-Kindern spielt, darf mich nicht hindern, Lore Stefaneks zweistündigen Monolog anzupreisen, um danach zu rätseln, ob sie die Wahrheit sagt. weiterlesen...

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Das ausrechenbare Budget-Fiasko

Nur wirtschaftlich Ahnungslose konnten glauben, dass Markus Marterbauer mit der von der EU verordneten Politik wirtschaftlich erfolgreich sein kann.

 Seit voriger Woche herrscht helle Aufregung über Österreichs höher als angenommenes Budgetdefizit. Statt bei 4,5 liegt es bei 4,9 Prozent und die endgültigen Zahlen könnten noch schlechter ausfallen. „Wie konnte das sein?“ fragt Andras Szigetvari im Standard, setzt sich aber nur mit dem zu späten Erkennen der Überschreitung auseinander: Bundesländer und Gemeinden hätten ihren erhöhten Abgang zu spät erkannt und erst jetzt gemeldet. weiterlesen...

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Pensionsfonds wären mehrfach nützlich!

Steuerlich begünstigte Pensionsfonds, die Aktienvermögen schaffen und verwalten, können Pensionen ergänzen und einen wichtigen Beitrag zu nötigen Finanzierungen leisten.

Während meine Generation hofft, dass die Steuern auf Zuverdienste zur Pension sinken, hegt die Generation meiner Kinder die von Konservativen und der Agenda Austria gelegentlich geschürte Befürchtung, dass ihre Pensionen nicht mehr sicher sind. Ich halte das insofern für unbegründet, als Österreichs Pensionssystem, das darauf beruht, dass die jeweils arbeitende Generation im Weg der Pensionsversicherung für die Pensionen der in den Ruhestand tretenden aufkommt, sich bisher als besonders widerstandsfähig erwiesen hat, auch wenn der Staat dazu einen immer größeren Beitrag aus Steuern leistet. Worin ich mit der Agenda Austria allerdings übereinstimme, ist die Forderung, es, wie in den skandinavischen Ländern, automatisch der höheren Lebenserwartung anzupassen: Es muss sich auf die Höhe der Einzahlungen oder aber der ausbezahlten Pensionen auswirken, wenn die Lebenserwartung um zehn Jahre steigt. weiterlesen...

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Der gefährlicher Rückstand bei KI

Seit ich beim Falter bin, veröffentliche ich meine Kommentare auch auf meinem Blog „Lingens online“. Vor ein paar Tage teilte mir ein Freund, der ihn verwaltet, mit, dass es ihn nicht mehr gibt.

Seine Erkundigung beim Anbieter meiner Domain ergab, dass man mir unter einer alten von mir nicht mehr einsehbaren E-Mail -Adresse, eine Verlängerungsanfrage gestellt hätte, und als meine Antwort ausblieb, hätte man meine Domain abgeschaltet. Um sie zu aktivieren, hätte ich mich gegenüber dem US Registrar, „Whois“ zu legitimieren, was in meinen Fall insofern komplizierter war als ich den Blog im Rahmen einer Firma betreibe. Von ihr brauche es einen Firmenbuchauszug, eine Strom- oder Gasrechnung, und einen Personalausweis der Geschäftsführerin (meiner Frau). Ich haben das alles geschickt, und werde hoffentlich bald sehen, ob es reicht. weiterlesen...

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